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Japan und China: Streit um ein Kriegsschiff

Foto: AP/ Kyodo News

Helikopterträger "Izumo" Japan provoziert China mit Super-Kriegsschiff

Der neue Stolz der japanischen Marine ist 248 Meter lang und 1,2 Milliarden Dollar teuer: Tokio besitzt damit das größte Kriegsschiff seit dem Zweiten Weltkrieg. China fühlt sich provoziert - die Aufrüstung in Asien könnte sich jetzt beschleunigen.

Tokio - Mit einer großen Zeremonie präsentierte Japan die "Izumo" der Öffentlichkeit: Das Kriegsschiff war am Dienstag über die Toppen geflaggt, Konfetti wirbelte durch die Luft, Musik wurde gespielt. Auch Vizeregierungschef Taro Aso besuchte die Feier in Yokohama.

Weniger fröhlich reagierten andere asiatische Staaten auf die Nachricht, dass Japan nun das größte Kriegsschiff seit dem Zweiten Weltkrieg besitzt. 248 Meter misst es und kostet 1,2 Milliarden Dollar . 2015 soll die "Izumo" in Dienst gestellt werden und dann bis zu 14 Hubschrauber transportieren können. Experten glauben, dass von den Seiten des Trägerdecks aber auch Kampfjets starten könnten.

Offiziell dient das Schiff defensiven Zwecken, wird für Rettungseinsätze gebraucht - aber auch zur Verteidigung von Schifffahrtswegen und Gebietsansprüchen.

Das macht Peking nervös. Denn seit Jahren streiten Japan und China um eine Inselgruppe: Japan kontrolliert die unbewohnten Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer, die unter dem Namen Diaoyu auch China für sich beansprucht. Taiwan reklamiert sie ebenfalls für sich. Zuletzt heizten Politiker beider Seiten den Konflikt Mitte Juli an: Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe machte Wahlkampf in der Region, Peking warf ihm "gefährliche Politik" vor.

Auch jetzt reagierte die Führung des kommunistischen Landes verärgert. "Wir sind besorgt über den ständigen Ausbau der militärischen Ausrüstung Japans", teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Die Nachbarländer sollten dies "mit hoher Wachsamkeit" beobachten. "Ein alarmierendes Signal der Wiederbewaffnung Japans", nannte ein Kommentar der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua  am Mittwoch die Vorstellung der "Izumo".

"Japan löst Rüstungswettlauf aus"

Auch die staatstreue Zeitung "China Daily"  vermutet, das neue Kriegsschiff würde einen "Rüstungswettlauf auslösen", und zitierte einen chinesischen Militärexperten mit der Einschätzung, dass Japan die Nachkriegsordnung aufbreche. Ähnlich äußerte sich das Verteidigungsministerium in Peking, das eine klare Forderung an die Regierung in Tokio hatte: Japan selbst solle "aus der Geschichte lernen und sein Versprechen einhalten, den Weg zu einer friedlichen Entwicklung einzuschlagen".

Dies ist eine Anspielung auf die pazifistische Verfassung Japans, die seit dem Zweiten Weltkrieg gilt. Artikel neun verbietet Japan den Krieg "als souveränes Recht der Nation". Untersagt wird auch die atomare Bewaffnung. Einsätze japanischer Soldaten bei internationalen Missionen sind dadurch fast nicht möglich, wenngleich die Regeln in den vergangenen Jahren aufgeweicht wurden.

Die konservative Regierung in Tokio strebt nun eine Änderung der Verfassung an - und versteigt sich dabei zu Nazi-Vergleichen. Premier Abe will die Verteidigungskräfte zur normalen Streitmacht aufwerten. Er ist seit Ende Dezember 2012 im Amt. Seither rüstet er mit Worten und Waffen gegen China auf . Selbst die Schutzmacht USA fürchtete zu seinem Amtsantritt, dass Abes Kabinett Spannungen in Ostasien verstärken könnte. Die Seestreitkräfte Tokios und Washingtons hielten im Juni dennoch ein gemeinsames Manöver vor der kalifornischen Küste ab.

Massive Aufrüstung in Peking

Auch China rüstet auf. In diesem Jahr sollen die Ausgaben für die Armee um rund elf Prozent steigen - das Budget übertrifft erstmals 90 Milliarden Euro. Im Juli hielten Peking und Moskau ein mehrtägiges Marinemanöver ab.

Peking weiß seine Marine ebenfalls in Szene zu setzen. Im Dezember 2012 landete erstmals ein Jagdflugzeug vom Typ Shenyang J-15 auf dem Flugzeugträger "Liaoning", Chinas Vorzeige-Koloss im Pazifik. Seht her, unser Flaggschiff ist kampfbereit, lautete die Botschaft. Der Fernsehsender CCTV strahlte Bilder der Einsatzes aus, die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua schickte Fotos in die Welt.

Der Flugzeugträger "Liaoning" ist ein sowjetisches Schiff, das China als "Warjag" von der Ukraine gekauft und ausgebaut hatte. Das Pentagon rechnet damit, dass China aus eigenen Kräften weitere Flugzeugträger und die dafür notwendigen Begleitschiffe bauen wird.

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