Streit um Senkaku-Inseln Japan schickt Kampfjets gegen chinesisches Flugzeug

Neue Machtprobe zwischen China und Japan im Streit um eine Inselgruppe: Weil eine chinesische Maschine nahe der Senkaku-Inseln gesichtet wurde, schickte die japanische Regierung Kampfjets. Sie will wegen des Konflikts auch die Militärausgaben erhöhen.
Luftansicht der Senkaku-Inseln: Streit um das Archipel

Luftansicht der Senkaku-Inseln: Streit um das Archipel

Foto: REUTERS

Tokio - Erneut hat Japan im Inselstreit mit China seine Unnachgiebigkeit demonstriert. Die Regierung in Tokio setzte Kampfjets ein, um ein chinesisches Flugzeug in Staatseigentum in der Nähe der Senkaku-Inseln auf Abstand zu halten. Die Kampfflieger seien am Samstag losgeschickt worden, nachdem das chinesische Flugzeug rund 120 Kilometer nördlich der Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer aufgetaucht sei, sagte ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums.

Der Vorfall ging glimpflich aus: Die chinesische Maschine habe das Gebiet verlassen, ohne in japanischen Luftraum einzudringen, hieß es. Bereits vergangenen Monat hatte Japan Kampfjets eingesetzt, nachdem ein chinesisches Flugzeug den Luftraum über den umstrittenen Inseln verletzt hatte. Außerdem wurden immer wieder chinesische Schiffe rund um die Inseln gesichtet.

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Konflikt zwischen Japan und China: Streit um Inseln

Foto: AFP/ Japan Coast Guard

Die Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird, befindet sich etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa entfernt. Die Inseln liegen strategisch günstig in fischreichen Gewässern, zudem werden in der Umgebung Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vermutet. Ausgelöst wurden die Spannungen mit China Anfang September, als die Regierung in Tokio beschloss, mehrere der Inseln aus japanischem Privatbesitz zu kaufen.

Angesichts des Konflikts mit China will Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe Berichten zufolge mit einem höheren Rüstungsetat Stärke demonstrieren. Die Regierung erwäge für das im April beginnende Haushaltsjahr eine Aufstockung der Ausgaben um rund zwei Prozent auf umgerechnet 40,8 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung "Mainichi". Mit dem zusätzlichen Geld sollten sowohl die Bodentruppen aufgestockt als auch die Ausrüstung der Streitkräfte insgesamt verbessert werden, schrieb die Zeitung "Asahi". Abe hatte erklärt, Japan sei zu keinen Verhandlungen über die Inseln bereit.

mmq/AFP/Reuters
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