Zweiter Weltkrieg Japanischer Politiker verteidigt Zwangsprostitution

200.000 "Trostfrauen" in Asien mussten sich in den dreißiger und vierziger Jahren für Japans Soldaten prostituieren. Nun verteidigt ein japanischer Politiker das System als notwendig, "um die Disziplin aufrechtzuerhalten".
Bürgermeister Hashimoto: "Trostfrauen-System notwendig"

Bürgermeister Hashimoto: "Trostfrauen-System notwendig"

Foto: AP/dpa

Tokio - Ein prominenter Politiker hat das japanische System der Zwangsprostitution asiatischer Frauen im Zweiten Weltkrieg verteidigt. Es sei nötig gewesen, um die "Disziplin aufrechtzuerhalten" und den Soldaten, die ihr Leben riskierten, eine Pause zu ermöglichen. "Das muss doch jedem klar sein", sagte der Bürgermeister der Metropole Osaka, Toru Hashimoto, am Montag.

Es gebe ebenfalls keine klaren Beweise, dass das japanische Militär damals die Frauen gezwungen habe, sich zu prostituieren, so der konservative Politiker. In Japan werden die Betroffenen "Trostfrauen" genannt.

Laut Historikern wurden bis zu 200.000 Frauen, vor allem aus Korea und China, in den dreißiger und vierziger Jahren gezwungen, in Militärbordellen für japanische Soldaten zu arbeiten. Auch Frauen von den Philippinen und aus Indonesien waren betroffen. Die Länder, die damals von Japan angegriffen wurden, kritisieren seit langem, dass sich Tokio nicht vollständig seiner Schuld stelle.

Ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter Südkoreas sagte der Nachrichtenagentur Yonhap daraufhin, es sei enttäuschend, wenn ein japanischer Offizieller Kommentare abgebe, "die Verbrechen gegen die Menschlichkeit unterstützen" und somit "mangelnde historische Kenntnisse und fehlende Achtung vor Frauenrechten" zeige.

Bürgermeister Hashimoto ist Vorsitzender einer nationalistischen Partei. Auch in Japans konservativer Regierung wird zur Zeit darüber debattiert, ob sich das Land weiterhin für die Verbrechen von damals entschuldigen solle. Erst Ende April besuchten 168 Abgeordnete den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio, der auch japanische Kriegsverbrecher ehrt. Darauf reagierten Südkorea und China verärgert.

fab/AP