Schwiegersohn Jared Kushner Der Trump-Flüsterer

Mit seinem Schwiegersohn versteht Donald Trump sich bestens. Denn der ist diskret, loyal und clever: Hinter den Kulissen war Jared Kushner sein wichtigster Wahlkampfberater. Auch im Weißen Haus behält er großen Einfluss.

REUTERS

Von , New York


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Es war ein schwarzer Tag für Donald Trump im Wahlkampf. Alle Welt sprach an diesem 8. Oktober von einem fünf Jahre alten Video, auf dem er mit der sexuellen Belästigung von Frauen prahlte. Der US-Präsidentschaftskandidat, so schien es, war am Ende.

An jenem Tag verschanzte sich der Milliardär mit seinen engsten Gefährten im Trump Tower, um einen Weg aus der Krise zu finden. In einer Pause fuhr er nach unten, um sich auf der Fifth Avenue von rund hundert Anhängern bejubeln zu lassen. Als er wieder oben in seinem Penthouse ankam, sprach ihm besonders einer Mut zu.

"Das sind die Leute, die dich zum Präsidenten wählen werden", beruhigte ihn Schwiegersohn Jared Kushner voller Zuversicht. "Lass dich von den anderen nicht unterkriegen."

Der von der "New York Times" kolportierte Moment ist bezeichnend: Im Trump-Chaos ist Kushner der Ruhepol - und der, der den richtigen Riecher hat. Trump liebt es, mit Tweets und seinem Kabinetts-Casting Verwirrung zu stiften. Hinter den Kulissen zieht Kushner längst als mächtigster Berater des designierten Präsidenten die Strippen - mit zielgerichteter Präzision.

Anfangs hielt sich Kushner, der mit Trumps ältester Tochter Ivanka verheiratet ist, im Wahlkampf noch zurück. Knallharte Politik lag ihm nicht, zumal er selbst bisher meist nur Kandidaten der Demokraten unterstützt hatte.

Doch als Trump immer neue Skandale anzettelte, immer mehr Strategen verschliss und die Chance seines Lebens zu verspielen drohte, stieg Kushner in der Trump-Hierarchie auf. Inzwischen nennen sie ihn nicht nur wegen seiner zarten Stimme den "Trump-Flüsterer". Im Weißen Haus dürfte der 35-Jährige, dem Loyalität über alles geht, bald beispiellosen Einfluss haben.

Loyalität bewies Kushner, lange bevor er zur Trump-Dynastie gehörte. 2004 war das, als sein Vater, der Immmobilienmagnat Charles Kushner, zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Er hatte Steuern hinterzogen, illegale Parteispenden vertuscht und seinen Schwager, der mit der Justiz kooperierte, mittels einer Prostituierten erpresst. Der Staatsanwalt, der ihn hinter Gittern brachte: Chris Christie, der spätere Gouverneur von New Jersey.

Jared Kushner besuchte seinen Vater jeden Sonntag im Gefängnis. Zugleich musste der frischgebackene Harvard-Absolvent das Familiengeschäft vor dem Untergang bewahren - ein Milliardenimperium mit Zehntausenden Liegenschaften.

Wirbel machte Kushner, als er 2006 für zehn Millionen Dollar den "New York Observer" übernahm, eine bei der Finanz- und Medienelite beliebte, doch defizitäre Wochenzeitung. Im zarten Alter von 25 Jahren wurde er so zum Verleger.

Kushner baute das Blatt um, investierte in den digitalen Auftritt und stellte die Print-Ausgabe kürzlich ganz ein - am Tag nach der Präsidentschaftswahl. Heute ist der "Observer" profitabel, hat seinen Stellenwert in der Gesellschaft aber verloren.

Den Weg in die Society fand Kushner anderswo: 2009 heiratete er Ivanka Trump, die er bei einem Business-Lunch kennengelernt hatte. Sie konvertierte dafür zum Judentum und erzog ihre gemeinsamen Kinder nach Kushners Religion.

Zu "Donald Trumps Mini-Me" ("Vanity Fair") wurde Kushner aber erst, als der Präsidentschaftswahlkampf dieses Jahr in Fahrt kam. Als Trump rassistischer und antisemitischer Rhetorik beschuldigt wurde, verteidigte ihn der orthodoxe Jude und Nachfahre polnischer Holocaust-Überlebender Kushner in einem "Observer"-Essay: "Trump ist kein Antisemit und kein Rassist."

Kushners diskreter Stil war ein wirksamer Kontrast. Er schrieb Reden, arrangierte Treffen mit düpierten Republikanern, vermittelte. Während sich Trump auf kontroverse Massenveranstaltungen konzentrierte, arbeitete Kushner unbemerkt an einer Datenstrategie, die am Ende mit zum Wahlerfolg führte. In Trumps Privatjet wurde er oft beobachtet, wie er seinem Schwiegervater ins Ohr wisperte.

"Kushner ist die größte Überraschung dieser Wahl", sagte Eric Schmidt, der frühere Chef von Google und ein Unterstützer der Trump-Gegnerin Hillary Clinton, dem Magazin "Forbes". "Er hat den Wahlkampf gemanagt, fast ohne Mittel." Ex-Außenminister Henry Kissinger nannte ihn Trumps wichtigsten Vertrauten.

Seine künftige Rolle im Weißen Haus ist umstritten. Das Gesetz verbietet ihm als Familienmitglied einen direkten Regierungsposten, auch wenn Trump das anfangs wollte. So wird Kushner als unbezahlter Berater agieren, als eine Art Schattenstabschef. Im Gespräch ist auch ein Auftrag als Nahostvermittler. Israel begrüßt das. So sagte Vize-Außenministerin Tzipi Hotovely: "Wir heißen ihn willkommen."

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joes.world 05.12.2016
1. Überhaupt scheint Trump einen guten Riecher dafür zu haben, die richtigen Berater um sich zu verrsammeln.
Und das ist wohl eines der entscheidenden Fähigkeiten, um ein guter Präsident zu sein: sich die richtigen Leute um sich zu scharren und dann selber so aufgeschlossen zu sein, auf sie zu hören. Auch wenn er selber anderer Meinung ist. Und das unterscheidet Profis der Politik von Polit-Amateuren: dass sich starke Politprofis trauen starke Berater die anders als sie an Dinge herangehen, um sich zu versammeln. Diversität. Ein Fremdwort für so viele Politiker bei uns bei ihren Bestellungen.
joes.world 05.12.2016
2. Und diese Hand für gute Berater, scheint Trump auch bei der Besetzung seiner Regierungsposten zu haben.
Schauen wir uns das einfach an: Trump macht einen zum Finanzminister, der erfolgreich im Geld machen war. Dann aber zum Kritiker seines eigenen Standes wurde. Auch, weil er die nötige Einsicht in die Dinge hatte. Und zum Handelsminister macht Trump einen, der sich im Handel durch und durch auskennt. Und zum Verteidigungsminister macht er einen, der die Truppe, wie sie funktioniert, was dort läuft und auch falsch läuft, aus eigener Erfahrung bestens kennt. Ein Profi eben. Der sogar noch eine Auszeit hatte, was nicht schlecht ist, um eine gewisse mentale Distanz aufzubauen und so die bekannten Dinge aus einer anderen Perspektive überdenken zu können. Also 3 Personen, die jeweils das Ministerium bekommen, das genau ihrem WISSEN und KÖNNEN entspricht. Finanz- und Handelsminister sind reich genug, um nicht auf bestimmte Firmen nur deshalb Rücksicht zu nehmen, weil sie nach ihrer politischen Karriere jemanden brauchen, der ihnen ermöglicht viel Geld zu verdienen. Trunmps Finanz- und Handelsminister müssen also nicht den Weg gehen, den Baroso und Schröder gingen. Sie sind somit viel unabhängiger im Amt. Bei all ihren Entscheidungen. Trump hat Könner geholt, die in ihrem Leben vor der Politik bewiesen haben, dass sie in dem Themenbereich, in dem sie nun politisch Wirken werden, Kenntnis reich sind, Erfolg gehabt haben, bewiesen haben, dass sie in ihrem Gebiet Meister ihres Faches sind. Bei uns gibt es die Tochter eines Politikers. Die viele Kinder hat. Und sich lange in der Partei hinaufgedient hat. Und dann zur Familienministerin gemacht wurde. Klar doch, treue Parteimitgleider müssen belohnt werden und eine Mutter vieler Kinder muss doch wohl zur Familienministerin taugen. Nur leider war der Dame dies zu wenig. Ihr strebte nach Höherem. Und so erfüllte Mutti ihr, der treuen Mini-Merkel, ihren Wunsch und schenkte ihr das Verteidigungsressort. Geschenkt, dass sie nie beim Bund war, nichts von Militär verstand. Und nun, Jahre später, wird dieses Ministerium genau so ineffizient wie früher geführt. Nur besser vermarktet, menschlicher. Wenn z. B. die Verteidigungsministerin vor laufenden Kameras mit ihrer Tochter telefoniert und sich nach deren Reitstunde erkundigt. Weiß die Dame überhaupt, dass die Bundeswehr heute keine Kavallerie mehr hat? Auch wenn man Trump nicht mag und auch wenn man heut noch nicht weiß ob er es wirklich schaffen wird, der USA einen echten Aufschwung zu bringen; etwas ist dennoch schon jetzt klar: Trump sattelt das Pferd von der richtigen Seite. In dem er Profis in den Sattel hebt. Während unsere Verteidigungsministerin sich zwischen Eigenmarketing und Reiterhof mental verfangen hat. Und Analoges für andere Minister gilt. Wer also besetzt professioneller? Trump oder Mutti?
holly-79 05.12.2016
3. Regierungsposten
Ist dieses Gesetz, das einen Regierungsposten für Familienangehörige verbietet neu? Ich erinnere mich da an einen Justizminister Bobby Kennedy
reflektiert_ist_besser 05.12.2016
4. peinlich ...
der 35-jährige Schwiegersohn muss dem zukünftig mächtigsten Mann der Welt sagen, wie er sich zu verhalten hat. Ich sehe schwarz.
reflektiert_ist_besser 05.12.2016
5. Satire?
Zitat von joes.worldUnd das ist wohl eines der entscheidenden Fähigkeiten, um ein guter Präsident zu sein: sich die richtigen Leute um sich zu scharren und dann selber so aufgeschlossen zu sein, auf sie zu hören. Auch wenn er selber anderer Meinung ist. Und das unterscheidet Profis der Politik von Polit-Amateuren: dass sich starke Politprofis trauen starke Berater die anders als sie an Dinge herangehen, um sich zu versammeln. Diversität. Ein Fremdwort für so viele Politiker bei uns bei ihren Bestellungen.
der 35-jährige Schwiegersohn muss dem zukünftig mächtigsten Mann der Welt sagen, wie er sich zu verhalten hat? Und das ist dann die wichtigste Fähigkeit dieses Mannes? Mir wird angst.
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