Trump-Schwiegersohn "Viermal Kontakt mit Vertretern Russlands"

Jared Kushner stellt sich am Montag dem US-Geheimdienstausschuss. Seine Gespräche mit Russen seien nicht "unangemessen" gewesen, erklärt Trumps Schwiegersohn vorab.

Jared Kushner
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Wenige Stunden vor seiner Aussage vor dem US-Geheimdienstausschuss hat der US-Sender CNN eine schriftliche Erklärung von Jared Kushner veröffentlicht. In dem Schreiben an den Ausschuss nimmt der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump zu seiner Rolle in der Russlandaffäre Stellung.

Er habe nicht mit Russland zusammengearbeitet oder einen geheimen Kommunikationskanal angestrebt, schreibt Kushner. Er wisse auch nichts über eine derartige Zusammenarbeit von anderen Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam und Russland.

Mehrere Kongressgremien und die Bundespolizei FBI untersuchen, ob es im Wahlkampf Absprachen zwischen Mitgliedern des Trump-Lagers und Moskau zur Wahlbeeinflussung gegeben hat. Kushner hatte sich im Wahlkampf mehrmals mit Russen getroffen. Er soll dazu am Montag und Dienstag hinter verschlossenen Türen aussagen.

"Ich hatte keine unangemessenen Kontakte", heißt es in Kushners Erklärung weiter. Er sei auch bei seinen Geschäften im Privatsektor nicht auf Geld aus Russland angewiesen gewesen. Er habe im Wahlkampf und während der Übergangsphase vor Trumps Amtsübernahme "vielleicht viermal Kontakt mit Vertretern Russlands" gehabt. (Lesen Sie hier die Erklärung Kushners im Wortlaut.)

In der elfseitigen Erklärung verteidigt Kushner seinen Kontakt mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak und anderen russischen Amtsträgern - diese seien Teil seiner Rolle als Trumps Kontaktperson zu ausländischen Regierungen gewesen.

"Treffen war Zeitverschwendung"

Ursprünglich sollten am Mittwoch auch Trumps ältester Sohn Donald Jr. und der frühere Wahlkampfmanager Paul Manafort vor dem Rechtsausschuss des Senats aussagen. Doch beide handelten einen Deal aus: Sie werden dem Gremium nun schriftliche Unterlagen zuleiten und zu einem späteren Zeitpunkt zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit von Mitgliedern des Gremiums befragt werden.

Dabei geht es um ein Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni vergangenen Jahres, von dem sich der Trump-Sohn belastende Informationen über die Wahlrivalin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen hatte.

Auch Kushner nahm an diesem Treffen teil, sein Schwager habe ihn dazu eingeladen. Er sei zu spät gekommen, schreibt Kushner in seiner Erklärung. Bei seiner Ankunft habe die russische Anwältin gerade über das US-Verbot von Adoptionen russischer Kinder gesprochen. "Ich habe schnell bemerkt, dass meine Zeit hier verschwendet ist", so Kushner. Um das Treffen höflich zu verlassen, habe er seinem Assistenten eine Mail geschrieben und um einen Anruf gebeten.

brk/dpa



insgesamt 59 Beiträge
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barzussek 24.07.2017
1. Affentheater
Dieses Affentheater welches hier aufgeführt wird ist allmählich nicht mehr zu ertragen.Drei Jahre ist jeden Tag eine Trump Meldung zu sehen oder hören die Medien sind inzwischen ebenso verblödet wie die amerikanischen Trump Jäger Es reicht
m.meinung 24.07.2017
2. Aha?
Er relativiert die Aussage. Vielleicht 4mal. ...oder doch öfter? Man kann denen aus diesem Umfeld Trump nicht mehr trauen. Nur und ausschließlich nur das zugeben was unmittelbar, unbestreitbar beweissbar ist. Es bleibt spannend. Ein ganzer Clan und seine Vasallen arbeiten klandistin am Zerfall der USA. McCarthy hat es mit seiner Jagd übertrieben. Doch nun lassen alle die Zügel schleifen. Das ist nicht gut für ein Staatswesen. ...und schon gar nicht für die USA
H.T. 24.07.2017
3. Trump
Sie vergessen den hohen Unterhaltungswert von Donald Trump. Als Präsident der Vereinigten Staaten ist der enorm hoch.
zeisig 24.07.2017
4. Von mir aus fünf mal.
Von mir aus kann Kushner fünf mal Kontakt mit irgendwelchen Russen gehabt haben. Allers Schnee von gestern und halb so schlimm obendrein.
rabkauhala 24.07.2017
5. Theateraffen
Lasst doch einfach die dafür vorgesehen Instanzen und Institutionen des jeweiligen Landes ohne Einflussnahme von wem auch immer ihren Job machen. Die gelebte Praxis in den östlichen Demokraturen und deren lupenrein demokratischen Führern sieht natürlich anders aus. Das heißt aber nicht, dass die westlichen Demokratien genau diese Praxis der Abschaffung von unabhängigen Gerichten, Medien, Meinungen und Menschenrechten ubernehmen sollten. Lieber Affentheater als Unfreiheit! - auch wenn das dazu führt das diese Werte von unselbständigen Geistern immer wieder angegriffen werden,.
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