Front National Le Pen hortet angeblich Millionen in der Schweiz

Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen soll laut einem Medienbericht mehrere Millionen Euro in der Schweiz verstecken - den Großteil davon in Gold und Münzen. Der Rechtsextremist schweigt zu den Vorwürfen.
Jean-Marie Le Pen: Der FN-Gründer schweigt zu den Vorwürfen

Jean-Marie Le Pen: Der FN-Gründer schweigt zu den Vorwürfen

Foto: ALAIN JOCARD/ AFP

Der Gründer der französischen Partei Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, soll 2,2 Millionen Euro auf einem geheimen Konto in der Schweiz angelegt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Mediapart" . Der rechtsextreme Politiker habe über eine Treuhandgesellschaft die Millionensumme bei der Großbank HSBC und später bei der schweizerischen Privatbank CBH gehortet. Als Rechtsvertreter der Treuhandgesellschaft soll Le Pens persönlicher Assistent Gerald Gérin eingesetzt worden sein.

Wie "Mediapart" weiter schreibt, seien 1,7 Millionen Euro in Form von Goldbarren und Münzen angelegt worden. Das Onlinenachrichtenmagazin meldet weiter, die Staatsanwaltschaft von Nanterre sei über die Konten von der Anti-Geldwäsche-Behörde Tracfin informiert worden. Der Bericht verweist zudem auf einen Brief aus dem Jahr 2008, der Gérin als Bevollmächtigten des Trust nennt. Dieses Schreiben sei der Justiz übergeben worden.

Behörden ermitteln

Bei der Treuhandgesellschaft handelt es sich dem "Mediapart"-Artikel zufolge um Balerton Marketing Limited mit Sitz auf den britischen Jungferninseln. Zunächst hätten die Gelder auf einem HSBC-Konto gelegen, dieses sei aber im Mai 2014 geschlossen worden. Das Geld sei auf die Bahamas auf ein Konto von CBH transferiert worden.

Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, die Vermögenserklärung des Europaabgeordneten Jean-Marie Le Pen werde derzeit von der Hohen Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben (HATVP) geprüft. Es gebe den Verdacht, dass es eine Treuhandgesellschaft in der Schweiz gebe, aber bisher sei nicht bewiesen, dass Le Pen Nutznießer sei.

Im April 2013 hatte der Rechtsextremist zugegeben, 1981 ein Konto bei der Schweizer Bank UBS gehabt zu haben. Außerdem ermittelt die Justiz seit Ende 2013 gegen den FN-Politiker wegen nicht deklarierten Vermögens in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

Schweigen bei Le Pen

Le Pen und sein Umfeld wollten sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu den Vorwürfen äußern - die Bankhäuser HSBC und CBH ebenfalls nicht.

FN-Vizechef Florian Philippot sagte dem Sender iTele, er sei über die Angelegenheit "überhaupt nicht auf dem Laufenden". "Ich weiß überhaupt nicht, ob das wahr ist, es erscheint mir merkwürdig, da ich Jean-Marie Le Pen kenne." Philippot fügte hinzu, er habe mit Le Pens Tochter, FN-Chefin Marine Le Pen, am Telefon über die Angelegenheit gesprochen. Diese sei "sehr überrascht". Sie wisse ebenfalls nichts darüber und erwarte "wie wir alle Aufklärung und Erklärungen von Jean-Marie Le Pen".

Mitte April hatte Jean-Marie Le Pen bekannt gegeben, dass er nicht bei den Regionalwahlen im Südosten Frankreichs im Bezirk Provence-Alpes-Côte d'Azur antreten werde. An seiner Stelle solle seine Enkeltochter Marion Maréchal Le Pen kandidieren.

FN-Chefin Marine Le Pen hatte ihrem Vater zuvor den Rückzug aus der Politik nahegelegt, nachdem er sich mehrfach rassistisch geäußert und mit der Verharmlosung des Holocausts für Aufsehen gesorgt hatte. Marine Le Pen versucht seit ihrer Wahl zur Vorsitzenden Anfang 2011, der Partei ein bürgerliches Image zu verschaffen. Jean-Marie Le Pen hatte sich bisher geweigert, sich aus der Partei zurückzuziehen.

heb/AFP
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