Rechtsextremer Front National Le Pen gewinnt vor Gericht gegen eigene Tochter

Zwischen Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen und seiner Tochter Marine herrscht ein erbitterter Streit. Vor Gericht wehrte sich nun der Vater gegen den Parteiausschluss - und bekam recht.
Marine Le Pen und Jean-Marie Le Pen (Archivbild): Parteichefin und Gründer sind tief zerstritten

Marine Le Pen und Jean-Marie Le Pen (Archivbild): Parteichefin und Gründer sind tief zerstritten

Foto: Lionel Cironneau/ AP

Jean-Marie Le Pen bleibt aktives Mitglied des rechtsextremen Front National (FN). Dieses Recht hat er sich vor Gericht erstritten. Die französische Partei dürfe seine Mitgliedschaft nicht weiter ruhen lassen, sagte Le Pens Anwalt Frédéric Joachim. Nach der Entscheidung eines Gerichts in Nanterre bei Paris müsse der FN Le Pen auch den Ehrenvorsitz wieder ausüben lassen. Die Partei erklärte, das Gericht habe seine Entscheidung aus rein formalen Gründen getroffen und kündigte Berufung an.

Der Gründer des FN war nach mehrfachen rassistischen Äußerungen bei seiner Tochter Marine Le Pen in Ungnade gefallen - im Mai hatte die Parteiführung den 87-Jährigen suspendiert. Die Parteichefin will dem FN mit einer Abkehr von offen antisemitischen und rechtsextremen Parolen zu einem besseren Image verhelfen. Bis zum 10. Juli sollen die FN-Mitglieder über neue Statuten abstimmen, in denen die Funktion des Ehrenvorsitzenden nicht mehr vorgesehen ist.

Zuvor waren außerdem Vorwürfe bekannt geworden, wonach Le Pen mehrere Millionen Euro Steuergelder hinterzogen und auf einem Schweizer Konto gebunkert haben soll. Die französische Finanzstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Vertuschung eingeleitet.

brk/dpa
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