US-Präsidentschaftsanwärter Jeb Bush hält Irak-Einmarsch aus heutiger Sicht für falsch

"Aus heutiger Sicht hätte ich den Befehl zum Einmarsch in den Irak nicht gegeben": Jeb Bush distanziert sich von der wohl umstrittensten Entscheidung seines Bruders George W. - und nimmt damit seine eigene Aussage vom Montag zurück.
Jeb Bush: Mit dem Wissen von heute sei der Irak-Einmarsch nicht zu rechtfertigen

Jeb Bush: Mit dem Wissen von heute sei der Irak-Einmarsch nicht zu rechtfertigen

Foto: AP/dpa

Eine Woche lang sah sich der mögliche republikanische Präsidentschaftskandidat herber Kritik ausgesetzt, jetzt ergreift er die Flucht nach vorn: "Aus heutiger Sicht hätte ich den Befehl zum Einmarsch in den Irak nicht gegeben", sagte Jeb Bush am Donnerstag bei einer Bürgerveranstaltung in Tempe, Arizona.

Bush, der zwei ehemalige US-Präsidenten in der Familie hat, hatte vergangenen Montag die US-Invasion im Irak 2003 noch verteidigt, die sein Bruder George W. Bush als damaliger Präsident zu verantworten hatte. Gegenüber dem TV-Sender Fox News sagte Jeb Bush, auch er hätte damals den Befehl gegeben, dort einzumarschieren.

Die Irak-Invasion beruhte auf falschen Geheimdienstinformationen, laut denen Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besessen habe.

Bei dem Town Hall Event sagte Jeb Bush, dass er mit dieser Klarstellung gezögert habe, da er das Ansehen der im Irak getöteten US-Soldaten nicht beschmutzen wolle. Es wäre sehr hart für ihn zu sagen, dass die Soldaten ihr Leben umsonst verloren hätten, so Bush. Doch das hätten sie nicht, da das Militär der USA "das beste auf der ganzen Welt" sei.

Zunächst hatte sich Bush nur von seiner Aussage zu distanzieren versucht, indem er angab, die Frage bei Fox News nicht richtig verstanden zu haben. Zuletzt war er unter Zugzwang geraten, da sich auch andere mögliche republikanische Präsidentschaftskandidaten wie Carly Fiorina von der Irak-Invasion distanziert hatten.

Es wird erwartet, dass Jeb Bush sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bewirbt. Im Juni will er nach Deutschland kommen. Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton verkündete bereits im April ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten, sein Nachfolger wird am 8. November 2016 gewählt.

sun/AP/Reuters