Bürgerkrieg 1200 Häftlinge im Jemen ausgebrochen

Im Bürgerkriegsland Jemen sind Hunderte Häftlinge aus einem Gefängnis geflohen. Unter den Ausbrechern sollen sich auch Qaida-Anhänger befinden.

Im Jemen sind rund 1200 Häftlinge aus einem Gefängnis in Tais im Südwesten des Bürgerkriegslandes ausgebrochen. Das teilten Sicherheitsbeamte mit, die anonym bleiben wollten.

Demnach entkamen die Insassen, als sich rund um das Gefängnis Kämpfe zwischen den Huthi-Rebellen und deren Gegnern entspannten. Die Wärter sollen während der Auseinandersetzung ihre Posten verlassen haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Saba zitierte einen Sicherheitsbeamten, laut dem Unterstützer von al-Qaida das Gefängnis angegriffen hätten, sodass "mehr als 1200 der gefährlichsten Insassen" entkommen seien. Die schiitischen Huthi-Rebellen und die Anhänger der sunnitischen Terrororganisation al-Qaida sind verfeindet.

Den Angaben zufolge sollen auch Qaida-Anhänger unter der Ausbrechern sein. Es ist bereits der dritte - und größte - Gefängnisausbruch binnen drei Monaten.

Die Großstadt Tais wurde im März von den schiitischen Huthi-Rebellen eingenommen. Seit die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz Ende März mit Luftangriffen auf die Rebellen in den Konflikt eingegriffen hat, sind die Machtverhältnisse in der Stadt wieder ins Wanken gekommen.

Der aktuelle Konflikt im Jemen entspannte sich vor Monaten zwischen den Huthi-Rebellen und den Anhängern des nach Saudi-Arabien geflohenen Staatschef Abdal Rabbo Mansur Hadi.

Mitte Juni waren die Friedensgespräche für den Jemen in Genf ohne Ergebnisse zu Ende gegangen. Dort hatten Vertreter der jemenitischen Regierung und der schiitischen Huthi-Rebellen fünf Tage lang in indirekten Verhandlungen die Möglichkeiten eines Waffenstillstands und eines Truppenabzugs ausgelotet. Die Tür für weitere Gespräche sei offen, erklärte ein Uno-Gesandter, einen Termin für eine zweite Verhandlungsrunde gebe es jedoch noch nicht.

sun/AP/Reuters
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