Vormarsch des Terrors Al-Qaida erobert strategisch wichtige Städte im Jemen

Kämpfer des Terrornetzwerks al-Qaida haben im Süden des Jemens zwei weitere Städte in ihre Gewalt gebracht. Eine davon ist strategisch besonders wichtig.


Die Dschihadisten begannen ihre Angriffe auf Dschaar und Sindschar im Jemen in der Nacht zum Mittwoch. Ein paar Stunden später hatten sie die Regierungstruppen bereits aus den Städten der Provinz Abjan verdrängt. Sieben Menschen wurden dabei getötet. Die Kämpfer richteten Kontrollposten an den Zugangsstraßen ein, hissten Fahnen und verkündeten ihren Sieg über Lautsprecher.

Dschaar, die zweitgrößte Stadt der Provinz Abjan, ist wegen ihrer Lage von besonderer strategischer Bedeutung für das Terrornetzwerk: Die Hafen- und Interimshauptstadt Aden liegt rund 70 Kilometer weiter südwestlich. Hier hält sich Präsident Abdal Rabbo Mansur seit einigen Wochen auf. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass Nachschub aus der Qaida-Hochburg Mukalla über Dschaar nach Aden gebracht werden kann. In der Stadt sind ebenfalls Kämpfer.

Der Jemen befindet sich seit 2004 im Bürgerkrieg, in dem sich schiitischen Huthi-Rebellen und Regierungstruppen bekämpfen. Schätzungen zufolge sind dabei bisher mindestens 7000 Menschen getötet worden. Seit 2014 befindet sich auch die Hauptstadt Sanaa in der Hand der Aufständischen.

Der regionale Ableger al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) macht sich dieses Chaos bei seinen Vormarsch zunutze. Von 2011 bis 2012 hatte er die Provinz Abjan zuletzt kontrolliert, wurde danach aber wieder von der Armee zurückgedrängt.

mil/AFP/dpa/Reuters



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