Jemen Attentäter attackieren britischen Diplomatenwagen

Unbekannte haben in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zwei Anschläge verübt. Bei einem Raketenangriff auf ein Fahrzeug der britischen Botschaft wurden mehrere Menschen verletzt. Im Büro eines österreichischen Energiekonzerns schoss ein Wachmann um sich, ein Mitarbeiter starb.


Sanaa - Mutmaßliche Terroristen haben am Mittwoch im Jemen Mitarbeiter einer österreichischen Firma und ein Fahrzeug der britischen Botschaft attackiert. Die Nachrichten-Website "News Yemen" meldete, ein jemenitischer Wachmann habe im Büro des österreichischen Energiekonzerns OMV in der Hauptstadt Sanaa das Feuer auf mehrere Ausländer eröffnet. Ein französischer Experte sei tödlich getroffen worden.

Nach Berichten von Augenzeugen feuerten zwei als Straßenkehrer verkleidete Personen am Morgen auf einer Straße in Sanaa mit einer Panzerfaust von hinten auf ein Fahrzeug der britischen Botschaft. Dabei kam nach Angaben des Außenministeriums in London kein Diplomat zu Schaden. Drei jemenitische Passanten seien verletzt worden, hieß es. Großbritanniens Außenminister William Hague sagte der BBC, der Vorfall sei eine "Erinnerung" daran, dass der Weg zu mehr Sicherheit im Jemen noch lang sei. "All unsere Diplomaten dort bleiben entweder zu Hause oder in der Botschaft", sagte er dem britischen Sender. "Es ist ein schwieriger und gefährlicher Arbeitsplatz."

Der Jemen gilt als Hochburg des Terrornetzwerks al-Qaida. Westliche Geheimdienste bezweifeln, dass die jemenitische Führung alleine in der Lage ist, die Terroristen erfolgreich zu bekämpfen. Am Montag war der ranghohe US-Diplomat William Burns zu Gesprächen über die Sicherheitslage zu Besuch im Jemen.

Die USA unterstützen das Land im Kampf gegen al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. Für Militärhilfe an den Jemen hat Washington 150 Millionen Dollar (rund 110 Millionen Euro) bereitgestellt.

ffr/dpa/AFP/dapd



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