Jemen Auswärtiges Amt bestätigt Entführung eines Deutschen

Das Auswärtige Amt bemüht sich um die Freilassung eines im Jemen entführten Deutschen und fünf weiterer Uno-Mitarbeiter. Um wen es sich bei dem Gekidnappten handelt, ist allerdings noch unklar.

Berlin/Sanaa - Mit "Hochdruck" bemüht sich das Auswärtige Amt um die Lösung eines Entführungsfalls im Jemen. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Mittwoch, dass ein Deutscher zusammen mit fünf anderen Mitarbeitern der Vereinten Nationen verschleppt wurde.

Das Krisenreaktionszentrum und die deutsche Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa stünden "mit allen relevanten Stellen" im engen Kontakt. Ob dazu auch die Entführer gehören, wollte sie ebenso wenig kommentieren wie Herkunft und Alter des Deutschen.

Die sechs Entwicklungshelfer waren am Dienstag verschleppt worden. Die Entführer aus der Provinz al-Mahwit fordern die Freilassung von Stammesmitgliedern aus dem Gefängnis. Neben dem Deutschen wurden eine Irakerin, eine Palästinenserin, ein Kolumbianer und zwei Jemeniten gekidnappt, wie der Vorsitzende des örtlichen Gemeinderats erklärte. Ein Uno-Vertreter im Jemen bestätigte die Entführung.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa waren die Entführten für das Uno-Büro für Humanitäre Hilfe (Ocha) tätig. Die Fahrzeuge der Uno-Mitarbeiter seien am Stadtrand von Sanaa von Bewaffneten gestoppt und an einen unbekannten Ort gefahren worden, berichtete die staatliche Agentur Saba weiter.

Im Jemen kommt es immer wieder zu Entführungen mit dem Ziel, Zugeständnisse von der Regierung zu erpressen. Die meisten Geiselnahmen enden unblutig.

als/dpa/dapd
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