Kämpfe im Jemen Chinesische Marine rettet Ausländer - auch drei Deutsche

Im Jemen tobt der Kampf um die Macht: Mehr als 500 Menschen sind tot, Zehntausende auf der Flucht - auch Ausländer. Jetzt hat die chinesische Marine einige von ihnen evakuiert, darunter auch drei deutsche Bürger.

Chinesische Soldaten im Hafen von Aden: Ausländer in Sicherheit gebracht
REUTERS

Chinesische Soldaten im Hafen von Aden: Ausländer in Sicherheit gebracht


Das chinesische Militär hat 225 Ausländer aus dem umkämpften Jemen evakuiert - darunter auch Deutsche. Sie wurden am Donnerstag von Aden aus mit einem Schiff in die ostafrikanische Republik Dschibuti transportiert, teilte das chinesische Außenministerium mit.

Die Aktion sei "sehr riskant" gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters und bezieht sich auf nicht näher benannte Diplomatenkreise. "Das chinesische Schiff war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle", schreibt die Agentur weiter.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte SPIEGEL ONLINE, dass drei Deutsche an Bord gewesen seien. Die Geretteten sollen vor allem aus Pakistan stammen. Aber auch Staatsbürger aus Äthiopien, Singapur, Italien, Polen, Irland, Großbritannien sowie auch aus dem Jemen selbst sollen evakuiert worden sein.

Ein chinesischer Soldat prüft die Papiere im Hafen von Aden
REUTERS

Ein chinesischer Soldat prüft die Papiere im Hafen von Aden

Die schiitischen Huthi-Rebellen zogen sich am Freitag aus der Hafenstadt Aden im Süden des Jemen nach schweren Saudi-arabischen Luftangriffen zurück. "Wir kontrollieren jetzt den Großteil der Stadt, und die Luftschläge der (Saudi-arabisch geführten) Koalition haben uns enorm geholfen", sagte ein Kämpfer einer regierungstreuen Miliz am Freitag.

Bewohner Adens hatten am Donnerstag von schweren Gefechten zwischen Anhängern der gewählten Regierung und den Huthi im Zentrum der Stadt berichtet. Unterstützt von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen seien Hunderte Huthi-Kämpfer und mit ihnen verbündete Milizen vorgerückt. Kurzzeitig hatten sie das Zentrum und einen Präsidentenpalast unter ihre Kontrolle gebracht.

Aden ist die letzte große Bastion des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur al-Hadi. Die Huthi-Miliz ist mit Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh verbündet. Seit einer Woche fliegt eine vom sunnitischen Saudi-Arabien geführte Militärallianz Luftangriffe gegen die Rebellen, um deren Vormarsch zu stoppen. Dabei kommt es immer wieder zu Opfern unter der Zivilbevölkerung, die zwischen die Fronten geraten ist. Die Uno spricht mittlerweile von 519 Todesopfern sowie rund 1700 Verletzten.

Umkämpfter Jemen
SPIEGEL ONLINE

Umkämpfter Jemen

heb/Reuters/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.