Krieg im Jemen Dutzende Tote bei Anschlägen in Aden

Zwei Attacken, zahlreiche Tote: Anschläge haben die jemenitische Hafenstadt Aden getroffen. Die Huthi-Rebellen haben einen der Angriffe für sich beansprucht.

Sicherheitskräfte nach Anschlag in Aden: Angriff während einer Militärparade
Fawaz Salman/REUTERS

Sicherheitskräfte nach Anschlag in Aden: Angriff während einer Militärparade


Bei Anschlägen auf ein Militärlager und eine Polizeistation im Jemen sind mindestens 60 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das teilte Jemens Minister für Menschenrechte, Mohammed Askar, auf Twitter mit.

Die schiitischen Huthi-Rebellen beanspruchten den Angriff auf das Camp in der Hafenstadt Aden für sich, der sich während einer Militärparade ereignete. Dort wurden Sicherheitskreisen zufolge mindestens 35 Menschen getötet. Zu dem Anschlag auf die Polizeistation bekannte sich zunächst niemand.

Unter den Opfern sei auch Brigadier Munir al-Jafi, Kommandeur des sogenannten Security Belt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Diese paramilitärische Truppe wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgebildet, die zu den wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens im Kampf gegen die Huthi-Rebellen im Jemen zählen. Die Huthis werden vom Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens in der Region. Auch einige von Al-Jafis Sicherheitsleuten seien getötet worden, hieß es.

Huthi-Rebellen sprechen von einem Drohnenangriff

Ein Sprecher der Huthis teilte mit, die Rebellen hätten die Parade mit einer Drohne und einer ballistischen Rakete angegriffen. Bei dem parallelen Anschlag explodierte nahe einer Polizeistation in Aden eine Autobombe. Askar machte die Terrorgruppe Al-Qaida dafür verantwortlich, deren Ableger AQAP im Jemen besonders stark ist.

Der von den Huthis kontrollierten Fernsehsender Al-Masira berichtete, dass die Rebellen zudem eine Rakete auf ein "militärisches Ziel" in Dammam im Osten Saudi-Arabiens abgefeuert hätten. Die Provinzhauptstadt am Golf ist wichtiger Wirtschaftsstandort des Königreichs. Saudi-Arabien kommentierte den mutmaßlichen Angriffe auf Dammam zunächst nicht.

Aden wurde vorübergehend Hauptstadt des Jemen, nachdem die Huthis Sanaa Ende 2014 überrannt hatten. Der jahrelange Machtkampf mit der Regierung verschärfte sich im März 2015, als die schiitischen Rebellen in Richtung Aden vorrückten. Dies veranlasste das sunnitische Saudi-Arabien, gemeinsam mit Verbündeten in den Krieg einzugreifen. Die Huthis haben große Teile des Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa unter ihrer Kontrolle.

asa/dpa



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