Bruch der Waffenruhe Dutzende Tote bei Gefechten im Jemen

Eigentlich sollte die Waffenruhe die Friedengespräche zwischen regierungstreuen Truppen und Aufständischen unterstützen. Doch die Verhandlungen stocken, im Jemen wird weiter gekämpft. Mindestens 75 Menschen kommen dabei ums Leben.

Regierungstreue Truppen im Jemen: Kämpfe trotz Waffenruhe
DPA

Regierungstreue Truppen im Jemen: Kämpfe trotz Waffenruhe


Der vereinbarten Waffenruhe zum Trotz bekämpfen sich regierungstreue Kräfte und die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen weiterhin erbittert. Bei Gefechten starben am Samstag auf beiden Seiten viele Kämpfer. Nach Angaben des Militärs wurden in der Provinz Hajjah mindestens 35 Soldaten und mehr als 40 Aufständische getötet.

Seit Dienstag gilt eine siebentägige Feuerpause im Jemen. Doch die Waffenruhe ist brüchig: Bereits in den ersten 24 Stunden wurden wieder Luftschläge gegen Stellungen der Aufständischen geflogen. Am Freitag eroberten Truppen des Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi zwei Städte von Rebellen zurück.

Keine guten Voraussetzungen für die laufenden Gespräche in der Schweiz. Eigentlich hatte die Waffenruhe ein erster Schritt in Richtung Frieden zwischen Huthi-Rebellen und regierungstreuen Kräften sein sollen, doch die Verhandlungen stocken. Die Rebellen-Vertreter erschienen am Freitag nicht zu einer vereinbarten Sitzung.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, zeigte sich ob der zahlreichen Verstöße gegen die Feuerpause "sehr beunruhigt". Alle Seiten seien aufgerufen, die Waffenruhe zu achten und Hilfsorganisationen die Arbeit zu ermöglichen.

Der jemenitische Staatschef Hadi war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen im März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Seitdem fliegt die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition Luftangriffe. Ziel sind mutmaßliche Stellungen der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten.

In dem Konflikt wurden nach Uno-Angaben mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten. Mehr als 27.000 Menschen wurden verletzt. Nach wie vor kontrollieren die Aufständischen Sanaa und andere Gebiete im Jemen.

brk/AFP/AP

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