Mit Uno-Generalsekretär António Guterres Erste Runde der Friedensgespräche für Jemen geht zu Ende

Für die Uno ist der Bürgerkrieg im Jemen die größte humanitäre Krise der Welt. Zum Ende der Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts ist nun Generalsekretär Guterres nach Schweden gereist.

Im Bürgerkrieg stark beschädigtes Haus in Sanaa (Archiv)
DPA

Im Bürgerkrieg stark beschädigtes Haus in Sanaa (Archiv)


Die erste Runde der Beratungen über Frieden im Bürgerkriegsland Jemen steht vor dem Abschluss. Zum geplanten Ende der Friedensverhandlungen am Donnerstag in Schweden ist auch Uno-Generalsekretär António Guterres angereist.

"Sein Besuch und die uneingeschränkte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft sind für die von den Vereinten Nationen geführten Konsultationen wichtig", schrieb die schwedische Außenministerin und Gastgeberin Margot Wallström. "Das jemenitische Volk verdient Frieden und Stabilität." Guterres will sich einem Sprecher zufolge mit den Delegationen der beiden Konfliktparteien treffen und bei der Abschlusssitzung sprechen.

Einigung auf einen Gefangenenaustausch, aber keinen Durchbruch

Die Uno bezeichnet den Bürgerkrieg im Jemen als die größte humanitäre Krise weltweit. In dem Land kämpfen die Huthi-Rebellen seit mehr als vier Jahren gegen die Regierung, die von einer saudi-arabisch geführten Militärkoalition unterstützt wird. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran. Das Bündnis trug mit seinen Luftangriffen maßgeblich zur Eskalation des blutigen Konflikts bei.

In Schweden beraten die schiitischen Huthi-Rebellen und die international anerkannte Regierung seit Tagen über ein Ende des Krieges. Aus Schweden heißt es, die Verhandlungen könnten voraussichtlich im Januar fortgesetzt werden. Bislang gab es eine Einigung auf einen Gefangenenaustausch, aber keinen Durchbruch.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge kamen in dem Konflikt rund 10.000 Menschen ums Leben, mehr als 60.000 wurden verletzt. Alle zehn Minuten stirbt laut Unicef ein Kind an vermeidbaren Krankheiten oder Mangelernährung. Der britische Ex-Außenminister und Präsident des International Rescue Committee (IRC) David Miliband beklagte in einem SPIEGEL-Interview, dass das Land seinem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch überlassen worden sei.

Das Ergebnis der Friedenskonsultationen zur Lage im Jemen soll laut Nachrichtenagentur Reuters am Freitag dem Uno-Sicherheitsrat übermittelt werden. Außenministerin Wallström sagte demnach, die Gespräche hätten "in einem positiven Geist und in gutem Glauben" stattgefunden.

apr/Reuters/dpa



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