Bürgerkrieg im Jemen Huthi-Rebellen lassen 290 Gefangene frei

Im Jemenkrieg hatten sich die Huthi-Rebellen und die Regierung auf den Austausch von 16.000 Gefangenen geeinigt. Knapp 300 von ihnen sind nun freigelassen worden.

Huthi-Kämpfer erheben während einer Versammlung ihre Waffen (Dezember 2018): Kampf gegen ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis
DPA

Huthi-Kämpfer erheben während einer Versammlung ihre Waffen (Dezember 2018): Kampf gegen ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis


Die Huthi-Rebellen haben als Teil einer Vereinbarung mit der international anerkannten Regierung des Jemen 290 Gefangene freigelassen. Das teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) mit. Die Huthis kündigten die Freilassung von insgesamt 350 Gefangenen an. Der Schritt werde unter Aufsicht des ICRC und der Uno vollzogen.

Die Huthi-Rebellen und die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hatten sich im Dezember auf den Austausch von rund 16.000 Gefangenen verständigt. Auch eine Waffenruhe für die wichtige Hafenstadt Hudaida am Roten Meer war Teil der von der Uno vermittelten Gespräche.

Jemenbeauftragter der Uno zuversichtlich

Der Uno-Jemenbeauftragte Martin Griffiths zeigte sich hoffnungsvoll, dass alle Gefangenen wie vereinbart ausgetauscht würden. Die Gefangenen und ihre Familien hätten sehr gelitten.

Unter den Freigelassenen waren laut ICRC auch 42 Überlebende eines Angriffs auf ein als Gefängnis genutztes Gebäude in Dhamar im Südwesten des Jemen. Bei dem Luftangriff Anfang September wurden laut ICRC 134 Menschen getötet. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die von Iran unterstützten Huthis kämpft, hatte die Verantwortung von sich gewiesen und erklärt, es habe eine militärische Einrichtung ins Visier genommen.

Die Huthi-Rebellen hatten am Sonntag Aufnahmen veröffentlicht, die saudi-arabische Gefangene nach einer großen Offensive im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien zeigen sollen. Dabei seien mehr als 2000 Kämpfer des von Saudi-Arabien angeführten Bündnisses gefangen genommen und rund 500 weitere Kämpfer getötet oder verletzt worden, sagte Huthi-Militärsprecher Jahia Sari.

asa/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.