Krieg im Jemen Exilregierung will Aden zurückerobert haben

Die schiitischen Huthi-Rebellen sind nach Angaben der jemenitischen Exilregierung vollständig aus der Hafenstadt Aden vertrieben worden. Nun beginne die Rückeroberung des Landes, hieß es.
Widerstandskämpfer: Die Huthi-Rebellen sind offenbar vertrieben worden

Widerstandskämpfer: Die Huthi-Rebellen sind offenbar vertrieben worden

Foto: STRINGER/ Reuters

Bereits am Donnerstag waren erste Exilminister nach Aden zurückgekehrt. Jetzt sollen laut Regierung die Huthi-Rebellen vollständig aus der jemenitischen Stadt vertrieben worden sein. "Die Regierung verkündet die Befreiung der Provinz Aden", erklärte Ministerpräsident Khaled Bahah auf seiner Facebook-Seite. Sie werde nun daran arbeiten, das "normale Leben" in Aden wiederherzustellen.

Die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten hatten die Hafenstadt im März überrannt und Präsident Abdal Rabbo Mansur Hadi sowie die Regierung zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Gegner der Huthi-Rebellen begannen in der vergangenen Woche eine Offensive. Einwohner berichteten über kleinere Gefechte in Außenbezirken der Stadt. Dutzende Mitglieder der Huthi-Milizen hätten sich ergeben, sagte ein Sprecher der örtlichen Kämpfer. Am Donnerstag waren erste Regierungsmitglieder nach Aden zurückgekehrt.

Hadi erklärte in einer Fernsehansprache, der "Sieg" in Aden sei der Beginn der Rückeroberung des Landes. Allerdings wurde den Huthis die Niederlage in Aden von der Miliz des "Südlichen Volkswiderstandes" beigebracht. Unter ihren Anhängern gibt es Bestrebungen, sich vom Südjemens, der bis 1990 unabhängig war, abzuspalten.

Die Huthis beherrschen noch immer große Teile des Jemens. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis fliegt regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen. Eine Waffenruhe, die die Uno in der vergangenen Woche vermittelt hatten, hielten beide Seiten nicht ein. Mehr als 3200 Menschen starben bereits in dem Konflikt, außerdem wird der Jemen von einer humanitären Krise beherrscht.

kev/AFP/dpa/Reuters
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