Krieg im Jemen Iran schickt Kriegschiffe in den Golf von Aden

Iran demonstriert im Jemen-Konflikt Stärke: Die schiitische Führung in Teheran hat zwei Militärschiffe in den Golf vor der umkämpften Stadt Aden entsandt - angeblich zum Kampf gegen Piraterie.
Soldaten an der saudisch-jemenitischen Seegrenze: Kriegsschiffe aus Iran

Soldaten an der saudisch-jemenitischen Seegrenze: Kriegsschiffe aus Iran

Foto: FAISAL AL NASSER/ REUTERS

In der Krise im Jemen positioniert sich Iran: Die Führung in Teheran hat vom Persischen Golf aus einen Marineverband zum Golf von Aden geschickt. Der Zerstörer "Albors" und das Versorgungsschiff "Bushehr" liefen von der Hafenstadt Bandar Abbas in Südiran in Richtung Golf aus - und damit auch in die Nähe der umkämpften jemenitischen Hafenstadt Aden.

Mit der Mission solle die iranische Handelsmarine vor Piraterie geschützt werden, sagte Marinekommandeur Habibullah Sadschari der Nachrichtenagentur Irna und dem Sender Press TV.

Iran gilt als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen, die seit Tagen versuchen, die strategisch wichtige Metropole am Ausgang des Roten Meeres zu erobern. Einwohner berichteten am Mittwoch, Dutzende Huthi-Kämpfer seien bei Gefechten mit örtlichen Milizen um das Stadtzentrum getötet worden. Dennoch seien die Rebellen mit einem Panzer und zwei gepanzerten Fahrzeugen in das zentrale Stadtviertel Crater eingedrungen.

Viele Häuser fingen demzufolge nach Raketentreffern Feuer. Familien hätten in ihren Wohnungen ausgeharrt, während um jeden Straßenzug gekämpft worden sei. In den nördlichen Stadtbezirken habe es drei heftige Detonationen gegeben, die wahrscheinlich auf Luftangriffe zurückzuführen seien.

Mehr Waffen aus den USA

Auch ein Luftwaffenstützpunkt rund 50 Kilometer nördlich der Hafenstadt sei bombardiert worden, berichteten Anwohner. Diesen hätten Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, die sich mit den Huthi verbündet haben, allerdings weiter unter Kontrolle.

Die Gegner der Huthi-Rebellen unterstützt eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens. Die Allianz, der sich insgesamt zehn Staaten angeschlossen haben, bombardiert seit knapp zwei Wochen die Huthi-Miliz im Jemen.

Die US-Regierung hatte zuletzt angekündigt, ihre Unterstützung für die "Operation Entscheidungssturm" zu verstärken und ihre Waffenlieferungen an Saudi-Arabien zu beschleunigen. Bislang ist es dem Militärbündnis allerdings nicht gelungen, den Vormarsch der Huthi-Rebellen zu stoppen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei den Kämpfen im Jemen bislang mindestens 549 Menschen getötet worden, darunter 74 Kinder. Das Rote Kreuz hat große Schwierigkeiten, Hilfe in das Land zu bringen. Saudi-Arabien, das den Luftraum über Jemen kontrolliert, gibt Hilfsflugzeugen nur zögerlich Landegenehmigungen.

Die Hafenstadt Aden ist weitgehend von Hilfe abgeschnitten. In vielen Bezirken gibt es seit einer Woche kein Wasser mehr, Krankenhäusern gehen die Medikamente aus, die Versorgung mit Lebensmitteln ist unzureichend.

mxw/dpa/Reuters/AP
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