Hilfsgüter für den Jemen Iran warnt Saudi-Arabien vor Angriffen auf Frachter

Ein iranisches Schiff mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist nach Militärangaben auf dem Weg zur jemenitischen Küste. Saudi-Arabien hatte mit Angriffen gedroht. Teheran werde aber nicht zulassen, dass das Schiff gestoppt werde, hieß es.

Durch die blutigen Kämpfe im Jemen und auch durch die Luftangriffe der Saudi-arabisch geführten Militärallianz gibt es in dem Bürgerkriegsland Tausende Opfer, Verletzte und Flüchtlinge. Um ihnen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu helfen, hat Iran nun nach eigenen Angaben einen Frachter Richtung Hodeida geschickt. Gleichzeitig warnte das Land Saudi-Arabien: Teheran werde nicht zulassen, dass der Frachter auf dem Weg in die jemenitische Hafenstadt gestoppt werde, sagte Massud Dschasajeri, Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte. Das berichtet der Nachrichtensender al-Alam.

Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition hatte zuvor gesagt, das Bündnis werde keinem iranischen Schiff erlauben, an der jemenitischen Küste anzulegen. Iran könne Hilfsgüter in das Bürgerkriegsland liefern, müssen diese jedoch über die Vereinten Nationen schicken.

Im Falle eines Angriffs, "würde bei uns der Geduldsfaden reißen", wird Dschasajeri zitiert. Er droht mit "unkontrollierbaren Konsequenzen". Iran werde den Saudi-arabischen Streitkräften außerdem verbieten, das Schiff zu untersuchen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums der Nachrichtenagentur Tasnim.

Die US-Regierung hatte die Besatzung des Schiffs aufgefordert, nicht Hodeida, sondern den für die Uno-Hilfslieferungen genutzten Hafen in Dschibuti anzusteuern. Ein Sprecher des US Außenministeriums warnte vor "provokanten Aktionen". Iran wird verdächtigt, die Huthi-Rebellen auch mit Waffen zu unterstützen.

Seit mehr als sechs Wochen versuchen Saudi-Arabien und sunnitische Verbündete die Huthis zurückzudrängen, die weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben. Der gewählte Präsident Abdal Rabbo Mansur Had hat sich nach Saudi-Arabien abgesetzt. Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten haben seit Ende März Huthi-Stellungen bombardiert. Das sunnitische Königreich sieht im schiitischen Iran seinen größten Konkurrenten in der Region.

Seit Dienstagabend gilt eine fünftägige Waffenruhe. Vereinzelt wurde sie in der Nacht laut Augenzeugenberichten gebrochen: Wie Bewohner im Süden und Osten des Landes berichten, kam es dort zu Kämpfen. Augenzeugen und lokalen Medien zufolge beschossen die schiitischen Huthi-Rebellen in der Stadt Tais die Stellungen der regierungstreuen Milizen. Auch in der südlichen Hafenstadt Aden soll es zu einzelnen Zusammenstößen gekommen sein.

vek/dpa/Reuters
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