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Krieg auf der Arabischen Halbinsel Kerry warnt Iran vor weiterer Einmischung im Jemen

Die USA betanken saudi-arabische Flugzeuge und rüsten das Land für den Krieg gegen die Huthi-Milizen auf. Iran reagiert und schickt seinerseits Kriegsschiffe in Richtung Jemen - zum Ärger von US-Außenminister John Kerry.

Im Atomkonflikt haben sich die USA und Iran nach jahrelangem Streit auf einen Kompromiss geeinigt. Trotzdem liegen die strategischen Interessen beider Staaten im Nahen Osten unverändert weit auseinander. Das wird derzeit besonders im Jemen deutlich.

Washington hilft Saudi-Arabien und seinen Verbündeten militärisch im Kampf gegen die Huthi-Milizen im Jemen. Diese werden ihrerseits von Teheran unterstützt. US-Außenminister John Kerry hat die iranische Führung nun dafür kritisiert.

"Iran muss einsehen, dass die Vereinigten Staaten nicht zusehen werden, wie die Region destabilisiert wird oder wie Leute über internationale Grenzen hinweg offen Krieg führen", sagte Kerry dem TV-Sender PBS.

Die USA seien zwar nicht auf eine Konfrontation aus. Sie würden aber zu Verbündeten und befreundeten Staaten stehen, die sich durch Entscheidungen Irans bedroht fühlten. Dies gelte ganz unabhängig von der Einigung im Atomstreit, sagte der US-Außenminister. "Wir können zwei Dinge gleichzeitig tun", so Kerry.

Al-Qaida setzt Kopfgeld aus

Am Mittwoch schickte Iran zwei Kriegsschiffe in die Gewässer vor dem Jemen, darunter einen Zerstörer. Teheran beteuerte, die Schiffe dienten dem Schutz vor Piratenangriffen in dem Seegebiet. Saudi-Arabiens Militär teilte mit, man werde nicht zulassen, dass die iranischen Schiffe jemenitische Hoheitsgewässer ansteuern.

Das Pentagon hat erstmals bestätigt, dass die US-Armee selbst direkt militärisch auf Seiten der von Saudi-Arabien angeführten Anti-Huthi-Koalition eingriff. Ein Tankflugzeug habe F-16-Kampfjets der Vereinigten Arabischen Emirate und F-15-Flieger der saudi-arabischen Luftwaffe betankt, teilte Militärsprecher Steve Warren mit. Weitere Details nannte er nicht, die Betankung habe aber nicht in jemenitischem Luftraum stattgefunden.

Im Kampf gegen die Huthi-Milizen bilden sich bemerkenswerte Allianzen: Die USA und Saudi-Arabien verfolgen das gleiche Ziel wie die Terrororganisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP). Die Dschihadisten haben in einem Video dazu aufgefordert, den Anführer der Rebellen, Abdulmalik al-Huthi, und den mit ihm verbündeten Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh zu töten oder gefangenzunehmen. Dafür versprach al-Qaida 20 Kilogramm Gold als Belohnung.

syd/Reuters/AP
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