Jemen-Krieg Rebellen reisen zu Friedensgesprächen nach Kuwait

Der Krieg im Jemen hat Tausende Tote gefordert, doch jetzt gibt es Hoffnung auf Frieden. Nach anfänglichem Zögern treten die Huthi-Rebellen nun doch an den Verhandlungstisch.

Huthi-Kämpfer im Jemen
REUTERS

Huthi-Kämpfer im Jemen


Mit zweitägiger Verspätung wollen die Vertreter der jemenitischen Huthi-Rebellen am Mittwoch zu Friedensgesprächen nach Kuwait reisen. Die Delegation habe sich dazu entschieden, nachdem der Uno-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed und mehrere Botschafter ihnen versichert hätten, dass die Waffenruhe im Jemen eingehalten werde, berichtete der Huthi-nahe Sender al-Masirah unter Berufung auf einen Sprecher der Aufständischen.

Die neue Runde der Friedensgespräche hatte ursprünglich am Montag beginnen sollen. Die Vertreter der Huthis und des mit ihnen verbündeten Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh erklärten jedoch, sie wollten erst nach Kuwait reisen, wenn die Waffenruhe respektiert werde. Die Delegation der Huthi-Rebellen und Vertreter von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh konnten am Montag wegen schwerer Kämpfe nicht aus Jemens Hauptstadt Sanaa abreisen. Der Nachrichtenkanal al-Arabija meldete, vor allem die fünf ständigen Mitglieder im Uno-Sicherheitsrat hätten Druck auf die Rebellen ausgeübt.

Die Verhandlungen sind der erste ernstzunehmende Versuch, den seit mehr als einem Jahr wütenden Bürgerkrieg im Jemen zu beenden. Die Rebellen beherrschen große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Seit März 2015 bombardiert ein Bündnis unter Führung Saudi-Arabiens Stellungen der Aufständischen. 6400 Menschen sind seit Beginn des Bombardements getötet worden, rund 2,8 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Trotz einer Feuerpause kommt es immer wieder zu Gefechten und Luftangriffen.

Beobachter erwarteten zwar keinen politischen Durchbruch in Kuwait-Stadt, hofften aber auf eine Stärkung der seit dem 10. April geltenden, brüchigen Waffenruhe.

Die Huthi-Rebellen aus dem Nordjemen kämpfen seit mehr als zehn Jahren gegen die Zentralregierung in Sanaa. Sie gehören der Minderheit der Zaiditen an, einer Strömung des schiitischen Islam. Viele Zaiditen fühlen sich von der sunnitischen Mehrheit unterdrückt, zudem sehen sie ihre religiöse Identität durch westliche Einflüsse gefährdet. 2014 marschierten die Huthis in der Hauptstadt Sanaa ein, in der Folge eroberten sie mit der Bergstadt Taizz und den Hafenstädten Hudaida und Aden weitere strategisch wichtige Orte. Saudi-Arabien und seine Verbündeten haben die Rebellen zwar im Süden zurückgedrängt, trotzdem haben die Huthis auch nach einem Jahr Krieg Sanaa und Umgebung unter ihrer Kontrolle.

asa/dpa/AFP



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