Jemenkonflikt Saudi-Arabien fängt zwei Drohnen ab

Beide sollen angeblich auf von Zivilisten bewohntes Gebiet gezielt haben: Saudi-Arabien meldet die Zerstörung zweier von Huthi-Rebellen gesteuerter Drohnen aus dem Jemen.

Proteste von Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa: Seit 2014 halten sie die Hauptstadt besetzt
Mohamed al-Sayaghi/REUTERS

Proteste von Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa: Seit 2014 halten sie die Hauptstadt besetzt


In den vergangenen Wochen haben die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen verstärkt Ziele in Saudi-Arabien angegriffen - am Sonntag offenbar mithilfe zweier Drohnen. Saudi-Arabien hat eigenen Angaben zufolge die beiden Fluggeräte abgefangen und zerstört.

Die schiitischen Huthi-Rebellen hätten diese in Richtung saudi-arabischer Ziele fliegen lassen, teilte der Sprecher des Militärbündnisses mit, das im Jemen gegen die Rebellen kämpft.

Eine der Drohnen habe dem Sprecher zufolge eine Wohngegend in der Provinz Asir im Süden des Landes ins Visier genommen, die andere die Küstenstadt Dschisan. Verletzte oder Schäden habe es nicht gegeben.

Die Huthi-Rebellen setzen seit einigen Monaten auch größere Drohnen ein, zusätzlich zu kleineren Drohnen, wie sie als Spielzeuge verkauft werden. Angaben der Uno zufolge haben die größeren Drohnen eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde.

Damit wären aus dem Jemen auch die Hauptstädte Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erreichbar. Bei einem Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Abha in Saudi-Arabien waren Mitte Juni 26 Zivilisten verletzt worden.

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kontrollieren seit 2014 große Teile des Jemens, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie große Teile des Nordens, wo sich auch ihr Siedlungsgebiet befindet. Gegen die Rebellen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition an der Seite der offiziellen und international anerkannten Regierung.

Das sunnitische Saudi-Arabien betrachtet den schiitischen Iran als Erzfeind in der Region und befürchtet, dass dieser seine Macht mit Hilfe der Huthis ausweiten könnte. Der Krieg im Jemen gilt daher als Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Regionalmächten.

fdi/dpa



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