Krieg im Jemen Milizen vertreiben Huthi-Rebellen von Adener Flughafen

Seit wenigen Tagen gilt im Jemen eine Waffenruhe, doch die Kämpfe hören nicht auf: Milizen haben die Huthi-Rebellen vom strategisch wichtigen Flughafen in Aden vertrieben. In der Stadt kamen Hilfslieferungen der Uno an.

Milizen am Flughafen in Aden: Heftige Gefechte in der Stadt
AFP

Milizen am Flughafen in Aden: Heftige Gefechte in der Stadt


Die schiitischen Huthi-Rebellen haben die Kontrolle über den Flughafen von Jemens zweitgrößter Stadt Aden verloren. Milizen des "Südlichen Widerstands" hätten den Airport in der umkämpften Hafenstadt mithilfe saudischer Luftangriffe eingenommen und die Huthis weitgehend aus einem benachbarten Stadtteil gedrängt, berichteten örtliche Journalisten sowie die Zeitung "Aden al-Ghad".

Der Verlust des Flughafens bedeutet für die Rebellen, die vor allem den Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren, die schwerste Niederlage seit Monaten. Eigentlich gilt im Jemen bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan am kommenden Freitag eine Feuerpause - diese wird jedoch missachtet.

Jemen droht eine Hungersnot

Seit Beginn der Militäroperation gegen die Huthi-Rebellen sind mehr als 3000 Menschen im Jemen getötet worden. Der Uno-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, hatte vor zweieinhalb Wochen gewarnt, das Land stehe am Rande einer Hungersnot. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 80 Prozent der Jemeniten auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen.

In Aden sind jedoch die letzten Lastwagen eines Uno-Lebensmittelkonvois eingetroffen. Am Montag seien 13, am Dienstag die übrigen 27 Laster in die Stadt gelangt, teilte eine Sprecherin des Welternährungsprogramms WFP mit. Die insgesamt 1285 Tonnen Lebensmittel seien ausreichend, um 117.000 Menschen einen Monat lang zu versorgen. Es sei jedoch nicht gelungen, zusätzlich 500.000 Liter Treibstoff nach Aden zu bringen.

Die Gegend um den Hafen sei in den vergangenen 48 Stunden Kriegsgebiet gewesen. Als Folge der Gefechte zwischen schiitischen Huthi-Kämpfern und örtlichen Milizen drohen den rund eine Million Einwohnern Adens Hunger und Krankheiten. Die Uno hatte die Konfliktparteien mehrfach aufgefordert, die Lieferung von Hilfsgütern zu ermöglichen. Derzeit halten Saudi-Arabien und seine Verbündeten eine Seeblockade gegen den Jemen aufrecht.

mxw/Reuters/dpa

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