Jemen Selbstmordattentäter reißt Dutzende Soldaten in den Tod

Erneut sind bei einem Selbstmordanschlag in der jemenitischen Hafenstadt Aden viele Menschen gestorben. Der Attentäter zündete den Sprengsatz auf einem Militärstützpunkt inmitten von Soldaten.
Ort des Attentats in Aden

Ort des Attentats in Aden

Foto: SALEH AL-OBEIDI/ AFP

Bei einem Selbstmordanschlag in der jemenitischen Hafenstadt Aden sind mindestens 30 Soldaten getötet worden. Ein Attentäter sprengte sich in der Nähe einer Militärbasis in die Luft, wo sich die Soldaten versammelt hatten, um ihr Gehalt abzuholen. Dies berichtet der Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Militärvertreter. 40 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Selbstmordattentäter in Aden Dutzende Soldaten mit in den Tod gerissen. Das Auswärtige Amt sprach von fast 50 Toten und zahlreichen Verletzten, zu der Tat habe sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen zündete der Attentäter auch dort vor einem Militärlager der Armee einen Sprengstoffgürtel inmitten der Soldaten, die auf die Auszahlung ihres Solds warteten.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des ins Exil geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen.

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Krieg im Jemen: Elend ohne Ende

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Angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer zeigte sich die US-Regierung in der vergangenen Woche alarmiert und gab bekannt, dass sie die Lieferung von Munition an den traditionellen Sicherheitspartner Saudi-Arabien gestoppt habe. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington kritisierte dessen militärisches Vorgehen in dem Bürgerkriegsland.

US-Regierungsmitarbeiter stellten aber klar, dass trotz des Lieferstopps bei der Munition die militärische Unterstützung der USA für die von Saudi-Arabien geführte Allianz im Jemen weitergehe.

Auch Deutschland beliefert Saudi-Arabien mit Waffen. Der Bundessicherheitsrat genehmigte zuletzt den Verkauf von mehr als 40.000 Artilleriezündern an das Königreich.

Die sunnitische IS-Miliz und das Terrornetzwerk al-Qaida machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Präsenz im Süden und Osten des Landes auszudehnen. In den vergangenen Monaten verübten sie vor allem in Aden immer wieder Anschläge.

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jus/dpa/AFP
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