Terrorwarnung US-Bürger sollen Jemen verlassen

Nach einer Terrorwarnung evakuieren die Vereinigten Staaten ihre Botschaft im Jemen. Zudem sollen alle US-Bürger das Land verlassen. Der Alarm beruht laut Zeitungsberichten auf einem Anschlagsbefehl des Qaida-Chefs Aiman al-Sawahiri.

Polizeisperre vor US-Botschaft in Sanaa: USA verschärfen Sicherheitsmaßnahmen nach Terrorwarnung
REUTERS

Polizeisperre vor US-Botschaft in Sanaa: USA verschärfen Sicherheitsmaßnahmen nach Terrorwarnung


Sanaa/Washington - Die USA evakuieren ihre Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Nach einer Terrorwarnung sollen alle Mitarbeiter der Vertretung das Land verlassen, nur Kräfte für Notdienste bleiben vor Ort. Als Begründung nannte das Außenministerium die "anhaltende Möglichkeit terroristischer Angriffe". Auch sollen alle anderen US-Bürger den Jemen unverzüglich verlassen.

Es herrsche große Sorge vor Anschlägen auf US-Niederlassungen, Unternehmen und westliche Einrichtungen, hieß es weiter aus dem Außenministerium. Kurz darauf gab auch das britische Außenamt bekannt, die Botschaft in Sanaa werde evakuiert.

Die Verschärfung der Vorsichtsmaßnahmen beruht auf einer Terrorwarnung, die die USA in der vergangenen Woche bekanntgaben. Dahinter stehen nach Berichten mehrerer US-Medien abgefangene Nachrichten zwischen Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri und dem Chef der Terrororganisation auf der Arabischen Halbinsel, Nassir al-Wuhaischi, zurück. Demnach soll al-Sawahiri den Chef des Qaida-Ablegers im Jemen angewiesen haben, einen Anschlag zu verüben - möglicherweise schon am vergangenen Sonntag. Es sei um "etwas Großes" gegangen, heißt es beim US-Sender CBS.

Unterdessen wurden bei einem Drohnenangriff im Jemen am Dienstag mindestens vier mutmaßliche Mitglieder von al-Qaida getötet. Nach Angaben von Stammesführern schlugen fünf Raketen in ein Fahrzeug ein und töteten alle Insassen. Die amtliche Nachrichtenagentur Saba meldete, bei dem Angriff in der Provinz Maarib seien vier mutmaßliche Qaida-Kämpfer getötet worden.

Jemen setzt Belohnung auf Terroristen aus

Im Jemen hat es wiederholt US-Drohnenangriffe auf Ziele der Gruppe al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) gegeben, die als einer der aggressivsten Ableger der Extremistenorganisation gilt. Die USA unterstützen auch die jemenitische Regierung mit Geld und logistischer Hilfe im Kampf gegen die Extremisten. Die jemenitischen Behörden veröffentlichten am Dienstag eine Liste mit 25 "meistgesuchten Terroristen", die angeblich Anschläge während der muslimischen Id-al-Fitr-Feiertage in dieser Woche planen. Für Hinweise zur Ergreifung der Gesuchten wurden umgerechnet 23.000 Dollar (umgerechnet 17.300 Euro) Belohnung ausgesetzt.

Die USA haben seit dem Wochenende zahlreiche Botschaften im Nahen Osten sowie in Afrika vorübergehend geschlossen. Auch die deutsche Vertretung im Jemen wurde geschlossen, ebenso wie die britische und französische Botschaft.

fab/AP/Reuters

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testi 06.08.2013
1. Gepanzerter Panzer ?
"schlugen fünf Raketen in ein Fahrzeug ein und..." Was war den das für ein Fahrzeug, dass fünf Raketen nötig waren???
rgw_ch 06.08.2013
2. Durchaus möglich
Zitat von sysopREUTERSNach einer Terrorwarnung evakuieren die Vereinigten Staaten ihre Botschaft im Jemen. Zudem sollen alle US-Bürger das Land verlassen. Der Alarm beruht laut Zeitungsberichten auf einem Anschlagsbefehl des Qaida-Chefs Aiman al-Sawahiri. http://www.spiegel.de/politik/ausland/jemen-nach-terrorwarnung-sollen-us-buerger-das-land-verlassen-a-915022.html
Ich denke, wenn die USA auch hierzulande mehr oder weniger willkürlich ausgewählte Menschen samt zufällig in der Nähe befindlichen Kollateralschäden mit Drohnen ermorden würden, dann würden sich sogar bei uns antiamerikanische Terrorzellen bilden. Insofern scheint es mir nicht wirklich verwunderlich, dass die Gefahr für US-Bürger im Jemen steigt.
dunkelmerkel 06.08.2013
3. Wegen mir...
...sie könnten dann auch gleich Deutschland verlassen. Nicht, dass ihnen hier Ungemach droht aber ich mag sie hier einfach nicht mehr haben und es gibt auch keinen Grund, warum sie hier noch stationiert sein sollen...also liebe Amerikaner...husch husch...ab nach Hause. Und ganz nebenbei...es gibt keine Terrorgefahr.
zuagroaster 06.08.2013
4. Klar, Terrorwarnung!
Wenn die Schnüffel-Machenschaften der NSA ans Tageslicht kommen legitimisiert man das Ganze einfach durch frische Terrorwarnungen. Gibt es nicht auch wieder ein paar schicke Massenvernichtungswaffen irgendwo?
Christer Nykopp 06.08.2013
5. Al Qaida eilt zur Hilfe
Zitat von sysopREUTERSNach einer Terrorwarnung evakuieren die Vereinigten Staaten ihre Botschaft im Jemen. Zudem sollen alle US-Bürger das Land verlassen. Der Alarm beruht laut Zeitungsberichten auf einem Anschlagsbefehl des Qaida-Chefs Aiman al-Sawahiri. http://www.spiegel.de/politik/ausland/jemen-nach-terrorwarnung-sollen-us-buerger-das-land-verlassen-a-915022.html
Just als die Aufregung über die NSA-Machenschaften auch auf die USA überzugreifen droht trifft al-Sawari ein und entspannt die Lage. Al Qaida und die USA sind aufeinander angewiesen um in der bösen Welt zu überleben.
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