Jemen Abgesetzter Präsident flieht aus Hausarrest

Die Huthi-Rebellen hielten ihn tagelang fest - nun konnte Jemens abgesetzter Präsident Hadi entkommen. Er sprach den Aufständischen jegliche Legitimität ab und will eine neue Verfassung ausarbeiten.

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi (Archiv): Vorerst in Sicherheit
AFP

Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi (Archiv): Vorerst in Sicherheit


Sanaa - Jemens abgesetzter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi ist aus der Hauptstadt Sanaa geflohen. Er soll aus seinem Hausarrest entkommen und in die südliche Hafenstadt Aden gereist sein, verkündete einer seiner Mitarbeiter. Die Stadt wird von seinen Anhängern kontrolliert.

"Ihm ist es heute morgen gelungen, sein Haus zu verlassen, und sein Weg nach Aden wird abgesichert", sagte der Mitarbeiter. Der Präsident habe sich dabei mit keiner politischen Partei abgestimmt und niemanden über die Reise informiert. Hadi sei mit einem Konvoi Dutzender Fahrzeuge über die drittgrößte Stadt Tais nach Aden geflohen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Dort werde er in der Präsidentenresidenz im Diplomatenviertel wohnen.

In einer offiziellen Erklärung sprach der Präsident den Huthi jegliche Legitimität ab. Er forderte außerdem die internationale Gemeinschaft auf, den "Staatsstreich" der Miliz zurückzuweisen. Armee und Sicherheitskräfte sollten die Entscheidungen der Verfassungsorgane befolgen und schützen. Eine Nationalkommission solle die Ausarbeitung einer neuen Verfassung schützen, sagte Hadi weiter.

Die schiitische Huthi-Miliz hatte in Sanaa Anfang Februar die Regierung abgesetzt und das Parlament aufgelöst. Daraufhin stellten die Rebellen Hadi unter Hausarrest. Zuletzt hatte der Uno-Sicherheitsrat die Rebellen gedrängt, Hadi freizulassen. Die Huthi wollten sich dem internationalen Widerstand gegen ihre Machtübernahme im Jemen jedoch nicht beugen.

Nachdem die Huthi-Miliz Jemens Hauptstadt Sanaa weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht hatte, belagerten die Rebellen im Januar die Residenz des Staatschefs. Die Aufständischen versuchten, auch weitere sunnitische Gebiete unter ihre Gewalt zu bringen, stießen dabei aber auf den Widerstand örtlicher Milizen und der Extremistengruppe al-Qaida.

Wegen der angespannten Sicherheitslage haben bereits die USA, Großbritannien, Frankreich und Italien ihre Botschaften im Jemen geschlossen. Auch das Auswärtige Amt zog Mitte Februar das Personal ab. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einem Zerfall des Landes.

kry/AFP



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ILLOO 22.02.2015
1. da ist ja ziemlich viel am zerfallen in dieser welt
zitat : 'Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einem Zerfall des Landes.' . weiterhin ,wie man im moment im SPON lesen kann : lybien,syrien,der irak, die ukraine ,der euro? .... usw. da kann einem der gedanken kommen ,dass das vielleicht so besser ist ? muessen denn wirklich soviele menschen mit anderen ,in artifiziell gezogenen grenzen zusammenleben, mit denen sie nichts zu tun haben wollen ?
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