Krieg im Jemen Regierung setzt Friedensgespräche aus

Seit Monaten tobt im Jemen ein Bürgerkrieg. Nun hat die Regierung ihre Teilnahme an Friedensgesprächen abgesagt - als Reaktion auf einen Angriff der Rebellen.
Bewaffnete Soldaten im Jemen

Bewaffnete Soldaten im Jemen

Foto: SALEH AL-OBEIDI/ AFP

Kurz nach Beginn der Friedensgespräche der jemenitischen Konfliktparteien hat die Regierung des Jemens ihre Teilnahme an den Verhandlungen ausgesetzt. Als Grund dafür nannte Außenminister Abdel-Malak al-Mekhlafi die Übernahme eines wichtigen Militärstützpunktes nördlich der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Rebellen. Außerdem hätten die Rebellen immer wieder die geltende Waffenruhe verletzt.

"Wir haben entschieden, die Gespräche solange auszusetzen, bis wir eine Lösung und Garantien haben", zitiert die offizielle jemenitische Nachrichtenagentur Saba den Minister. Es werde erst wieder verhandelt, wenn die Aufständischen die Berücksichtigung des Waffenstillstandes garantierten, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Uno-Vermittler Ismail Ould Cheikh Ahmed erklärte, er habe Verständnis. Er rufe aber alle Beteiligten auf, sich wohlwollend in die Gespräche einzubringen. Sämtliche Probleme müssten auf den Verhandlungstisch gebracht werden. Der einzige Weg für eine Lösung des Konflikts sei ein friedlicher Dialog.

Die Verhandlungen begannen am 21. April in Kuwait-Stadt unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Am Samstag hatten sich Vertreter von Rebellen und Regierung erstmals direkt gegenüber gesessen. Im Anschluss war von "produktiven Gesprächen" die Rede gewesen.

Die Huthi-Rebellen hatten Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Im März 2015 startete dann eine von Riad geführte Militärallianz mit Angriffen auf die Aufständischen und ihre Verbündeten in der Armee, um Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Mehr als 6400 Menschen sind dem Konflikt zum Opfer gefallen. 2,8 Millionen Menschen flüchteten vor der Gewalt.

asc/dpa/AFP
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