Krieg im Jemen Saudi-Arabien bestätigt Einsatz britischer Streubomben

Saudi-Arabien hat im Konflikt mit Jemen Streubomben britischer Bauart eingesetzt. Die Regierungen in Riad und London haben nun einen entsprechenden Bericht aus dem September bestätigt.
Zerstörtes Gebäude in Saada, Jemen

Zerstörtes Gebäude in Saada, Jemen

Foto: NAIF RAHMA/ REUTERS

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat im Jemen Streubomben britischer Bauart eingesetzt. Das teilte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon am Montag im Parlament in London unter Berufung auf eine Untersuchung der Militärkoalition mit. Zuvor hatte auch die staatliche saudische Nachrichtenagentur Spa berichtet, BL-755 Streubomben seien im Jemen zum Einsatz gekommen - doch nur "in eingeschränkter Art und Weise und zu einer begrenzten Anzahl" und nicht in von Zivilisten bewohnten Gebieten. Die Briten gehören nicht zur Militärkoalition, verkaufen den Saudis aber Waffe

Fallon betonte, Großbritannien habe seit 1989 keine Streubomben mehr nach Saudi-Arabien geliefert. Die eingesetzte Munition stamme aus alten Beständen und sei gegen "legitime militärische Ziele" eingesetzt worden. Die Saudi-geführte Koalition habe zugesagt, keine Streubomben des Typs BL-755 aus Großbritannien mehr einzusetzen. "Wir heißen diese Ankündigung willkommen", sagte Fallon. Streumunition ist seit 2010 durch ein internationales Abkommen geächtet, im Gegensatz zu Großbritannien ist Saudi-Arabien ihm bislang nicht beigetreten.

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Jemen: Krieg in Arabiens Armenhaus

Foto: © Khaled Abdullah / Reuters/ REUTERS

Streubomben sind sehr ungenau und töten deshalb vor allem Zivilisten. Sie bestehen aus einem Behälter, der wiederum Mini-Bomben enthält. Die Munition verteilt sich über weite Flächen. Nicht explodierte Teilbomben stellen oft noch lange nach dem Ende des bewaffneten Konflikts eine tödliche Gefahr für Zivilisten dar.

Nach einem im September veröffentlichten Streubomben-Monitor sind von April 2015 bis Februar 2016 mindestens 20 Mal solche Waffen im Jemen eingesetzt worden. Viele Bombardements hätten Wohngebieten, Märkten, Schulen und Krankenhäusern gegolten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die den jährlichen internationalen Bericht mit herausgibt, forderte internationalen Druck auf Länder, die diese Munition einsetzten.

Jemen

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Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen die Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis sunnitischer Golfmonarchien greift mit Luftangriffen von außen ein. Huthi-Rebellen haten berichtet, sie seien mit Streubomben aus britischer Produktion von der saudisch geführten Militärkoalition aus der Luft angegriffen worden.

mkl/DPA-AFXP
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