Einsatz im Jemen Saudi-Arabien erklärt Luftschläge für beendet

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat das Ende ihrer Luftangriffe im Jemen verkündet. Kurz zuvor hatte König Salman noch die Nationalgarde in Gefechtsbereitschaft versetzt.
Saudi-arabische Kampfjets: Weitere Truppen in Gefechtsbereitschaft

Saudi-arabische Kampfjets: Weitere Truppen in Gefechtsbereitschaft

Foto: Hassan Ammar/ AP

Die Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Allianz gegen die Huthi-Rebellen im Jemen sind nach vier Wochen beendet worden. Im saudi-arabischen Staatsfernsehen hieß es dazu, der Einsatz sei "erfolgreich" verlaufen.

Seit dem 26. März flog die Militärkoalition nach eigenen Angaben mehr als 2000 Angriffe. Nun solle eine neue Operation mit dem Namen "Restoring Hope" beginnen. Laut dem TV-Sender al-Arabia soll der Fokus dabei auf Sicherheit, Terrorbekämpfung und einer politischen Lösung für den Konflikt im Jemen liegen. Was genau damit gemeint ist, blieb zunächst offen.

Zuletzt hatte vieles darauf hingedeutet, dass das Königreich am Golf einen Krieg am Boden vorbereitet. König Salman ordnete am Dienstag die Mobilisierung weiterer Truppen an. Die hauptsächlich aus Bodentruppen bestehende Nationalgarde stehe bereit, um "an der Seite der anderen Truppenteile" zu kämpfen, sagte der zuständige Minister Mutaib bin Abdullah der amtlichen Nachrichtenagentur SPA.

Die von den anderen Streitkräften unabhängige Nationalgarde setzt sich aus 75.000 Soldaten und 25.000 Stammeskämpfern zusammen. König Salman ordnete am Dienstag an, die Truppe für einen möglichen Einsatz im Jemen in Gefechtsbereitschaft zu versetzen. Welche Rolle die Garde bei dem von Riad angeführten Militäreinsatz im Jemen spielen könnte, ist allerdings bisher unklar.

Auch die USA verstärken ihr Engagement in dem Konflikt. Das Pentagon erhöht die Präsenz der Kriegsmarine im Arabischen Meer. Der Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" und die "USS Normandy" seien in die Region entsandt worden, um zu gewährleisten, "dass wichtige Schiffsrouten offen und sicher bleiben", erklärte die Marine am Montag (Ortszeit). Damit befinden sich nun neun US-Kriegsschiffe in dem Meer.

Pentagon-Sprecher Steven Warren wies Berichte zurück, wonach die Marine den Auftrag habe, iranische Schiffe in der Region abzufangen, weil auf ihnen Waffen für die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen vermutet werden. Saudi-Arabien wirft Iran vor, die Huthi-Rebellen mit Ausbildern und Waffen zu unterstützen. Teheran bestreitet dies.

Fast tausend Tote in vier Wochen

Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten liefern sich im Jemen seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi. Der Regierungschef war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich al-Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Die von Riad angeführte Militärkoalition fliegt seit dem 26. März Angriffe im Jemen.

Laut Uno fielen den Kämpfen im Jemen zwischen dem 19. März und dem 17. April 944 Kämpfer und Zivilisten zum Opfer. Fast 3500 Menschen seien verletzt worden. Vermutlich gebe es aber weitaus mehr Opfer, erklärte die WHO. Die Organisation warnte zudem vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems im Jemen. Die Krankenhäuser könnten oftmals keine Notfallbehandlungen mehr anbieten. Aufgrund von Stromausfällen und Treibstoffmangel werde außerdem die Kühlkette für Impfstoffe unterbrochen.

Auch für die im Jemen festsitzenden Ausländer wird die Lage immer brenzliger. Die Evakuierungen würden "bis auf Weiteres" gestoppt, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mit. Die grassierende Gewalt lasse weitere Rettungsflüge derzeit nicht zu.

Die IOM brachte nach eigenen Angaben bislang mehr als 400 Ausländer außer Landes. 16.000 weitere warten demnach auf eine Rettung durch die Hilfsorganisation.

ler/AFP/dpa
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