Militäroffensive Saudi-Arabien setzt Luftangriffe im Jemen fort

Eigentlich hatte Saudi-Arabien angekündigt, die Luftangriffe auf den Jemen einzustellen. Doch nun haben Augenzeugen beobachtet, wie schon wieder Rebellenstellungen bombardiert wurden. Die Huthis zeigen sich verhandlungsbereit.

Demonstrierender Junge in Sanaa: Luftangriffe auf Huthi-Rebellen fortgesetzt
REUTERS

Demonstrierender Junge in Sanaa: Luftangriffe auf Huthi-Rebellen fortgesetzt


Obwohl Saudi-Arabien die Luftangriffe auf die Huthi-Miliz im Jemen vor zwei Tagen beendet hatte, melden nun Augenzeugen, dass die Militärkoalition erneut Stellungen der Rebellen bombardiert hat. Unter anderem seien demnach Ziele nahe der Hauptstadt Sanaa und Panzer angegriffen worden, berichteten Einwohner laut der Nachrichtenagentur AFP. Auch Huthi-Stellungen nahe der Stadt Taes im Südwesten und in der Stadt Jarim im Zentrum des Landes wurden demnach bombardiert.

Saudi-Arabien hatte die vor einem Monat begonnene Intervention am Dienstag für beendet erklärt: Die Operation habe jedwede Bedrohung für die Sicherheit Saudi-Arabiens und seiner Nachbarn ausgeschaltet, erklärte der saudi-arabische Armeesprecher. Doch bereits am gleichen Tag bombardierten saudi-arabische Jets wieder einen von den Huthis eingenommenen Militärstützpunkt.

Die Rebellen erklärten sich am Mittwoch grundsätzlich zu politischen Gesprächen bereit, um eine Lösung im gewaltsamen Konflikt zu finden. Voraussetzung sei aber ein Ende der Luftangriffe der Militärkoalition, teilte Sprecher Mohammed Abdulsalam mit: "Nach einem vollständigen Ende der Aggression gegen den Jemen und der Aufhebung der Blockade wollen wir einen politischen Dialog unter Vermittlung der Vereinten Nationen", hieß es in einer Erklärung.

Huthi-Kämpfer und mit ihnen verbündete Armee-Einheiten liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen des Präsidenten. Dieser war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Huthis Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich al-Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Laut Uno starben zwischen dem 19. März und dem 17. April 944 Kämpfer und Zivilisten, fast 3500 Menschen wurden verletzt.

kry/Reuters/AFP



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dasdondel 23.04.2015
1. Frau Merkel
zum Thema Flüchtlinge : Merkel : ---Zitat--- Zweitens müsse die Politik an der Überwindung der Fluchtursachen arbeiten ---Zitatende--- (Quelle:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/politiker-zu-fluechtlingsdramen-im-mittelmeer-alljaehrliches-entsetzen-a-1030017.html) Momentan sorgt Saudi Arabien dafür, dass demnächst die Flüchtlinge aus dem Yemen hier ankommen. Habe ich die Pressekonferenz der Kanzlerin verpasst ? Oder gibt es jetzt doch keine Wirtschafts-sanktionen gegen Saudi Arabien ?
wannbrach 23.04.2015
2.
Es ist mehr als schändlich das Saudi Arabien mit Waffengewalt in ein Nachbarland eingreift und das nur weil man unbedingt verhindern will dass eine andere Religionsgruppe das Land regieren könnte. Schändlich auch die Unterstützung der USA in diesem Krieg.
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