Jemen Saudi-Arabiens Militärallianz bombardiert offenbar Schulen

Amnesty International hat der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz vorgeworfen, Schulen im Jemen zu bombardieren. Dabei seien in den Gebäuden gar keine Waffen gelagert worden.
Ein Junge protestiert vor dem UN-Büro in Jemens Hauptstadt Sanaa.

Ein Junge protestiert vor dem UN-Büro in Jemens Hauptstadt Sanaa.

Foto: MOHAMMED HUWAIS/ AFP

Nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben Luftschläge der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz Schulen im Jemen getroffen. Der Bericht wurde am Freitag veröffentlicht und bezieht sich auf fünf Angriffe zwischen August und Oktober 2015.

Bei den Bombardements in der Hauptstadt Sanaa sowie zwei weiteren Orten sind demnach fünf Zivilisten getötet und 14 weitere verletzt worden, davon vier Kinder. Die Gebäude seien so stark beschädigt, dass mehr als 6500 Schüler den Unterricht nicht mehr besuchen könnten. Das hätten Untersuchungen von Amnesty vor Ort ergeben.

In keinem Fall ließen sich Gerüchte bestätigen, dass die Schulen etwa zum Lagern von Waffen genutzt worden seien. Dennoch seien in manchen Fällen die selben Gebäude wiederholt Ziel von Angriffen gewesen. "Absichtliche Angriffe auf Schulen, die nicht militärisch genutzt werden, sind ein Kriegsverbrechen", so Lama Fakih, Krisenexpertin von Amnesty.

Der Jemen befindet sich seit 2004 im Bürgerkrieg, in dem sich schiitische Huthi-Rebellen und Regierungstruppen bekämpfen. Seit März unterstützt ein Bündnis aus arabischen Ländern Präsident Hadi mit der Bombardierung von Stellungen und Waffenlagern der Huthis.

mil/afp