Jemen Dutzende Tote bei Selbstmordanschlägen

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat sich ein Attentäter in die Luft gesprengt, dabei starben mehr als 40 Menschen. Das Ziel war eine Versammlung schiitischer Huthi-Rebellen. Bei einem zweiten Anschlag wurden 20 Soldaten getötet.

Flüchtende Menschen in Sanaa: Selbstmordanschlag in der Hauptstadt
REUTERS

Flüchtende Menschen in Sanaa: Selbstmordanschlag in der Hauptstadt


Sanaa - Bei einem Selbstmordanschlag im Jemen sind zahlreiche Menschen getötet worden. Ziel des Attentäters war eine Versammlung schiitischer Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa. Nach Angaben von Jemens Gesundheitsministerium seien 47 Menschen getötet und 75 weitere verletzt worden. Andere Quellen sprechen von 150 Verletzten. Bei einem zweiten Anschlag auf eine Kaserne in der ostjemenitischen Provinz Hadramut wurden zudem nach amtlichen Angaben 20 Soldaten getötet.

Der Angreifer in der Hauptstadt sprengte sich nach Huthi-Angaben an einem Checkpoint zum Tahrir-Platz in die Luft. Dort hatten sich die Rebellen zum Protest versammelt. Zu dem Bombenanschlag bekannte sich zunächst niemand. Allerdings sind es meist Unterstützer der sunnitischen Terrororganisation al-Qaida, die im Jemen solche Angriffe verüben.

Beim Anschlag auf die Streitkräfte brachte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einer Kaserne zur Explosion. Gleichzeitig eröffneten Bewaffnete das Feuer und versuchten nach Angaben von Augenzeugen, den Stützpunkt zu stürmen.

Damit verschärft sich die seit Wochen andauernde politische Krise in dem arabischen Land weiter. Huthi-Rebellen hatten im September die Hauptstadt überrannt. Die Schiiten fordern mehr politische Mitbestimmung im sunnitisch regierten Jemen. In einem von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensvertrag wurde daraufhin die Bildung einer Einheitsregierung vereinbart.

Mehrheit der Bevölkerung ist sunnitisch

Allerdings hat der von Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi mit der Kabinettsformierung beauftragte Ahmad Awad bin Mubarak seine Nominierung nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Saba inzwischen abgelehnt. Seine Ernennung zum Ministerpräsidenten war auf starken Widerstand bei den schiitischen Aufständischen gestoßen.

Die Huthis bekennen sich zum zaiditisch-schiitischen Islam, das sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung. Die Mehrheit im Jemen ist jedoch sunnitisch. 2004 hatten die Huthis einen bewaffneten Aufstand gegen Präsident Ali Abdullah Salih begonnen. Nach Salihs Sturz 2011 konnten die Schiiten mit ihrer Kritik am reichen Establishment in Sanaa auch Sympathien in einigen sunnitischen Kreisen gewinnen. Sunnitische Extremisten wiederum halten schiitische Muslime für Anhänger eines falschen Glaubens.

bka/dpa



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kobmicha 09.10.2014
1. Jetzt reicht es-meine Theorie..
So wie ich es sehe sind Weltweit Terror und Gewalt auf dem Vormarsch. Wo immer Konflikte entstehen ist die westliche Welt, und je nach Interessenlage andere Staaten ,eher und schnell bereit zu Helfen...mit Geld und Sachwerten. Die Länder in denen es immer zum Ausbruch von Gewalt und Kriegen kommt sind in der Regel bettelarm. Solange alles ruhig im Lande ist werden Hilfsgüter des Spender eher spärlich bis gar nicht verteilt. Aber wenn es dann zu Kriegen kommt ..wer gegen wen auch immer..kommen diese Länder in der Aufmersamkeitsskala nach oben. Und es finden sich dann Geldgeber die die eine oder andere Seite Unterstützen. Das Geld kommt zwar nie bei den Bedürftigen an aber die Klans und Rädelsführen greifen die Mittel schon an der richtigen Stelle ab. So funktioniert das Geschäftsmodell Terror-Kriege heute!
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