Jemen-Konflikt Uno verhängt Waffenembargo gegen Huthis

Die jemenitischen Huthi-Rebellen sollen keine Waffen mehr bekommen: Ein entsprechendes Lieferverbot hat der Uno-Sicherheitsrat ausgesprochen. Fast alle Mitglieder stimmten dafür, nur Russland enthielt sich.

Kämpfer im Jemen: Keine Waffen mehr für die Huthis
AFP

Kämpfer im Jemen: Keine Waffen mehr für die Huthis


Der Uno-Sicherheitsrat hat ein Waffenembargo für die Huthi-Rebellen im Jemen verhängt. Gleichzeitig forderte er die Miliz zum Rückzug aus den von ihnen besetzten Gebieten auf. Für die von Jordanien vorgelegte Resolution stimmten 14 der 15 Mitglieder des Gremiums - Russland enthielt sich.

Moskau hatte sich vor der Abstimmung im Sicherheitsrat dafür ausgesprochen, ein Waffenembargo nicht nur gegen die Huthi-Miliz, sondern gegen alle Konfliktparteien zu verhängen. Deshalb war damit gerechnet worden, dass Moskau sein Veto einlegen könnte. Hätte Moskau als Vetomacht dagegen gestimmt, wäre der Vorstoß trotz der großen Mehrheit gescheitert - doch dazu kam es nicht.

Der Resolutionsentwurf sah auch vor, Strafmaßnahmen gegen den Rebellenchef Abdulmalik al-Huthi und den ältesten Sohn des mit den Aufständischen verbündeten ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh zu verhängen. Beide Männer sollen demnach einem Reiseverbot unterliegen, ihre Vermögen eingefroren werden.

Ausgearbeitet wurde der Resolutionsentwurf für den Sicherheitsrat von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten. Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz Luftangriffe gegen die Huthi-Miliz. Iran wirft Saudi-Arabien vor, die Rebellen zu unterstützen.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthis aus dem Norden des Landes gegen Sunnitenmilizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abd Rabbuh Mansur al-Hadi stehen.

Wegen der brenzligen Lage im Süd-Jemen prüft die Bundesregierung mittlerweile die Evakuierung von rund 90 Deutschen, die dort noch festsitzen. Dabei könnten Flugzeuge der Bundeswehr oder aber ein deutsches Schiff zum Einsatz kommen, das sich bei der Operation Atalanta befindet.

kry/AFP/dpa



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mitundnachdenker 14.04.2015
1. Huthi
Russland hat Recht: es soll ein Waffenembargo über alle Konfliktparteien verhängt werden, nicht nur einseitig, wie verlogen ist das denn?
oneil57 14.04.2015
2. Da sollte generell gegen
solche Staaten, Saudi-Arabien eingeschlossen, ein Waffenembargo beschlossen werden. In dem Fall muss ich Russland recht geben.
säkularist 14.04.2015
3.
Wieso eigentlich? Weil die Houthis die einzigen sind die ernsthaft gegen Al Khaida im Jemen vorgehen? Oder weil sie gerade einen Diktator (Jemand der offiziell mit 99,8% der Wählerstimmen gewählt wurde ist ein Diktator) stürzen? Man sollte eher die Saudis mit einem Total-Embargo belegen.
rmuekno 14.04.2015
4. Glaubt auch nur irgendwer
die hätten keine Quellen die sich um das Embargo so viel scheren wie der Mond wenn ein Huhn ein Ei legt. Ich meine ist ja immerhin schön dass die UNO sich darum kümmert nur es gäbe sicher viel anderes wo die UNO mehr Einfluss gelten machen könnte, wie in der Ukraine oder in Syriren, oder der Türkei etc.
säkularist 14.04.2015
5.
Zitat von oneil57solche Staaten, Saudi-Arabien eingeschlossen, ein Waffenembargo beschlossen werden. In dem Fall muss ich Russland recht geben.
eher friert die Hölle zu als dass gegen unseren guten Freund und Partner Saudi-Arabien irgendwelche Sanktionen verhängt werden. Die haben nämlich richtig viel Geld.
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