SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

02. Februar 2017, 04:09 Uhr

Kommandoaktion im Jemen

US-Militär räumt zivile Opfer ein

Nach eigenen Angaben hatte das US-Militär bei einem Angriff im Jemen 14 Terroristen getötet. Bei der Kommandoaktion sind jedoch auch Zivilisten ums Leben gekommen, gab ein Sprecher nun zu.

Das US-Militär hat eingeräumt, dass es bei der Kommandoaktion auf einen Stützpunkt der Terrororganisation "Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) am Sonntag auch zivile Opfer gegeben hat. Bei dem Einsatz seien "bedauerlicherweise" wahrscheinlich mehrere Zivilisten getötet worden, hieß es in einer Mitteilung. Darunter seien möglicherweise auch Kinder. Es war der erste Angriff im Jemen unter der Präsidentschaft von Donald Trump.

Nach Darstellung des US-Militärs mische das Terrornetzwerk Qaida regelmäßig Frauen und Kinder unter Kämpfer in Lagern und Stellungen. "Und das macht Fälle wie diesen so besonders tragisch", wurde ein Sprecher von Central Command zitiert.

Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben 14 Extremisten getötet. Mediziner vor Ort sprachen von 30 Toten, darunter zehn Frauen und Kinder. Bei dem Einsatz kam auch ein US-Elitesoldat ums Leben. Er wurde am Mittwoch beigesetzt, Trump kam überraschend auch zu der Trauerfeier.

Unter den toten Kindern soll sich die achtjährige Noura al-Awlaki befinden. Sie ist die Tochter des in den USA geborenen Qaida-Kommandeurs Anwar al-Awlaki. Er war 2011 bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden.

Der Angriff war der erste Einsatz eines US-Spezialkommandos im Jemen seit Dezember 2014. In den vergangenen Jahren hat die US-Armee Dutzende Drohnenangriffe gegen mutmaßliche AQAP-Stellungen durchgeführt. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet - Kämpfer wie Zivilisten.

max/Reuters/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung