Krieg im Jemen Uno fordert Kampfpause für humanitäre Hilfe

Medikamente und Operationsbesteck: Das Rote Kreuz hat 16 Tonnen Hilfsgüter in den umkämpften Jemen gebracht. Die Uno appellierte an die Konfliktparteien, "mindestens einige Stunden pro Tag" die Gefechte einzustellen.
Rauch über Sanaa (Archiv): Kämpfe im Jemen

Rauch über Sanaa (Archiv): Kämpfe im Jemen

Foto: MOHAMMED HUWAIS/ AFP

650 Menschen sind tot, 100.000 auf der Flucht - das ist die bisherige Bilanz im Jemen-Konflikt. Die Vereinten Nationen verlangten am Freitag eine "sofortige humanitäre Kampfpause", um mehr Hilfslieferungen ins Land bringen zu können. "Wir brauchen mindestens einige Stunden pro Tag", sagte der Uno-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten im Jemen, Johannes van der Klaauw, in Genf. Besonders besorgniserregend sei die Lage in der Hafenstadt Aden, die "unkontrollierbaren Milizen" ausgeliefert sei.

Ein erstes Flugzeug mit medizinischen Hilfsgütern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) landete am Freitag mit tagelanger Verspätung in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Die IKRK-Sprecherin Marie-Claire Feghali sagte, das Flugzeug habe 16 Tonnen Hilfsgüter an Bord, vor allem Medikamente und Operationsbesteck. Ein zweites Flugzeug mit Sanitätsartikeln, Generatoren und Ausrüstung zur Wasseraufbereitung für die Krankenhäuser in Sanaa wird am Samstag erwartet. Auch Unicef schickte ein Flugzeug, die Güter sollen landesweit an Krankenhäuser verteilt werden.

Hilfslieferung des Roten Kreuzes auf dem Flughafen Sanaa: 16 Tonnen Medikamente und Operationsbesteck

Hilfslieferung des Roten Kreuzes auf dem Flughafen Sanaa: 16 Tonnen Medikamente und Operationsbesteck

Foto: Yahya Arhab/ dpa

Seit Wochen liefern sich schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abdal Rabbo Mansur Hadi. Dieser war im Februar aus Sanaa nach Aden geflohen.

Als die Huthis Mitte März auf die Hafenstadt im Süden des Jemens vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Unterstützung. Eine Allianz arabischer Staaten begann daraufhin, Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen zu fliegen. Doch diese rücken immer weiter vor.

Das pakistanische Parlament lehnte es am Freitag ab, den Verbündeten Saudi-Arabien im Jemen-Konflikt zu unterstützen. "Pakistan sollte in diesem Konflikt neutral bleiben", hieß es in einer nach fünftägiger Debatte in Islamabad verabschiedeten Resolution. Pakistan stünde aber an der Seite Saudi-Arabiens, sollte die territoriale Integrität des Königreichs selbst bedroht werden. "Die Resolution ist einstimmig verabschiedet worden", sagte Parlamentspräsident Ayaz Sadiq. "Sie reflektiert das kollektive Denken der politischen Führung des Landes." Da die Resolution von allen Parteien unterstützt wurde, gilt es als wahrscheinlich, dass auch die Regierung ihr folgt.

heb/dpa/AFP/Reuters
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