Friedensgespräche in Schweden Uno-Generalsekretär verkündet Waffenruhe für wichtige Hafenstadt im Jemen

Über die Hafenstadt Hudaida am Roten Meer läuft ein Großteil des Nachschubs der Huthis: Nun haben sich die Rebellen und die Regierung auf eine Waffenruhe für die Stadt geeinigt.

Regierungstruppen in Hudaida (Archiv)
AFP

Regierungstruppen in Hudaida (Archiv)


Die erste Runde der Beratungen über Frieden im Bürgerkriegsland Jemen endet mit dem Versprechen einer Waffenruhe für eine strategisch wichtige Stadt. Bei den Gesprächen in Schweden haben die Huthi-Rebellen und die Regierung eine Pause des Konflikts im Hafenort Hudaida vereinbart.

Das Abkommen sehe auch eine beiderseitige Truppenverlagerung vor, sagte Uno-Generalsekretär António Guterres am Verhandlungsort Rimbo nördlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Er würdigte die Gesprächsrunde als Ausgangspunkt für Frieden in dem Bürgerkriegsland.

Der Status der umkämpften Küstenstadt Hudaida galt als ein Knackpunkt bei den tagelangen Beratungen. Über Hudaida am Roten Meer läuft ein Großteil des Nachschubs für die Gebiete unter Huthi-Kontrolle im Norden des Landes.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge kamen in dem Konflikt insgesamt bereits rund 10.000 Menschen ums Leben, mehr als 60.000 wurden verletzt. Alle zehn Minuten stirbt laut Unicef ein Kind an vermeidbaren Krankheiten oder Mangelernährung.

Kämpfe um Hudaida nach Mord an Khashoggi abgeflaut

Zum Abschluss der Gespräche reichten sich Jemens Außenminister Chaled al-Jamani und der Rebellen-Verhandlungsführer Mohammed Abdelsalam laut Nachrichtenagentur AFP am Verhandlungsort die Hand. Guterres sagte demnach, die Konfliktparteien hätten auch eine Vereinbarung zur drittgrößten jemenitischen Stadt Taes erzielt, die ebenfalls heftig umkämpft war.

Die Gefechte in Hudaida waren in den vergangenen Wochen abgeflaut, nachdem auch die USA nach dem Mord am saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi verstärkt auf ein Ende des jemenitischen Bürgerkrieges gedrungen hatten.

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen seit mehr als vier Jahren gegen die Regierung, die von einer saudi-arabisch geführten Militärkoalition unterstützt wird. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in den Rebellen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran. Das Bündnis trug mit seinen Luftangriffen maßgeblich zur Eskalation des Konflikts bei. Die Uno bezeichnet den Bürgerkrieg im Jemen als die größte humanitäre Krise weltweit.

Die Verhandlungen in Schweden gehen an diesem Donnerstag nach einer Woche zu Ende. Guterres zufolge einigten sich Rebellen und Regierung darauf, die Gespräche Ende Januar fortzusetzen.

apr/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.