Lokale Medien Waffenruhe im Jemen hält kaum einen Tag

Die siebentägige Feuerpause sollte ein erster Schritt in Richtung Frieden zwischen den Huthi-Rebellen und regierungstreuen Kräften sein. Doch bereits in den ersten 24 Stunden schossen die Soldaten erneut aufeinander.

Zerstörung in Jemens Hauptstadt Sanaa: Friedensgespräche gestartet
REUTERS

Zerstörung in Jemens Hauptstadt Sanaa: Friedensgespräche gestartet


Die siebentägige Feuerpause im Jemen ist offenbar bereits kurz nach Inkrafttreten gebrochen worden. Örtliche Gruppen sowie die Nachrichtenagentur Saba berichteten, dass am Mittwoch Luftschläge auf Stellungen der Huthi-Rebellen in der Provinz Tais geflogen wurden.

Zugleich habe es auf dem Boden Kämpfe zwischen der Armee und den Aufständischen gegeben. Laut offizieller saudischer Nachrichtenagentur SPA wurde ein Grenzsoldat des Königreichs während der Waffenruhe von angreifenden Rebellen des Nachbarlandes getötet.

Die Feuerpause hatte am Dienstag zunächst wie vereinbart um 12 Uhr Ortszeit begonnen. Das teilte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition mit. Wenig später starteten die Friedensgespräche zwischen einer Regierungsdelegation und den Huthi-Rebellen unter Vermittlung der Vereinten Nationen in der Schweiz, wie Uno-Sprecher Ahmad Fawzi sagte.

Mit der einseitig ausgerufenen Waffenruhe wollen die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten die Verhandlungen unterstützen. Uno-Sondervermittler Ismail Ould Scheich Ahmed bezeichnete die Feuerpause in einer Erklärung als "ersten kritischen Schritt" auf dem Weg zu einem "dauerhaften Frieden".

Bei den Gesprächen vereinbarten beide Parteien am Mittwoch einen Austausch hunderter Gefangener. 265 Zivilisten sowie Kämpfer von mit Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi verbündeten Truppen sollten im Gegenzug für 360 Huthi-Rebellen freigelassen werden. Der Gefangenenaustausch gilt als eines der bislang wichtigsten Signale für die Verhandlungsbereitschaft in dem seit neun Monaten andauernden Bürgerkrieg.

Im Jemen kämpfen Huthi-Rebellen gegen regierungstreue Kräfte. Diese werden von der arabischen Koalition unter Führung Riads unterstützt. Seit März wurden laut Uno mehr als 5800 Menschen getötet - etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Das Terrornetz al-Qaida und andere Extremisten machen sich das Chaos in dem arabischen Land zunutze.

brk/dpa/AFP

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