Terror in Irland Labour-Chef Corbyn nahm an Feiern für IRA-Kämpfer teil

Die Verbindungen von Jeremy Corbyn zur irischen Terrorgruppe IRA waren laut einem Zeitungsbericht enger als bislang bekannt. Der neue Labour-Chef nahm demnach an Ehrungen von Kämpfern teil - und verantwortete Artikel, die Anschläge guthießen.

Labour-Chef Corbyn: Reden gegen "britischen Imperialismus"
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Labour-Chef Corbyn: Reden gegen "britischen Imperialismus"


Der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, steht erneut wegen seiner Haltung zur IRA in der Kritik. Die Zeitung "Telegraph" berichtet, Corbyn sowie Schattenfinanzminister John McDonnell hätten engere Verbindungen zu der irischen Terrorgruppe gepflegt als bislang bekannt.

Während des bewaffneten Kampfes der Organisation nahm Corbyn dem Bericht zufolge sieben Jahre in Folge an offiziellen Feiern teil, bei denen aktive, inhaftierte und getötete IRA-Kämpfer geehrt wurden. Dabei sei er meist an der Seite von hochrangigen Vertretern von Sinn Fein aufgetreten, dem politischen Arm der IRA. Corbyn habe dabei gegen "britischen Imperialismus" gewettert und den IRA-Terroristen Bobby Sands gelobt, der bei einem Hungerstreik im Gefängnis starb.

Außerdem zitiert der "Telegraph" IRA-freundliche Passagen aus dem Magazin "London Labour Briefing", die Corbyn als Mitglied des Redakteursrates verantwortet haben soll. Nach einem Anschlag in Brighton, welcher der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher galt, schrieb die Zeitschrift, die Briten würden auf die Lage in Irland nur aufmerksam, "wenn man sie dorthin bombt". Mit Bezug auf die Anschlagsopfer in der konservativen Partei hieß es zudem in einem Leserbrief: "Wie nennt man vier tote Tories? Einen Anfang."

Schattenfinanzminister McDonnell lehnte der Zeitung zufolge den Friedensprozess in Nordirland zunächst ab. Im Jahr 2003 forderte er zudem, IRA-Kämpfer wie Sands sollten "geehrt" werden. "Es waren die Bomben und Kugeln und Opfer von Bobby Sands und anderen, die Großbritannien an den Verhandlungstisch gebracht haben." McDonnell entschuldigte sich vor kurzem im britischen Fernsehen für seine Wortwahl und erklärte, er habe den zu jenem Zeitpunkt gefährdeten Friedensprozess retten wollen.

Mit ähnlichen Worten hatte kürzlich Corbyn seine Verbindungen zur IRA verteidigt, deren Vertreter er in den achtziger Jahren sogar ins britische Unterhaus eingeladen hatte. "Die Gewalt war auf allen Seiten falsch, und das habe ich immer gesagt", so der Labour-Chef in der BBC. Er habe damals ausdrücken wollen, dass "dieser Krieg von keiner Seite gewonnen werden kann", solange die Beteiligten keine politischen Verhandlungen aufnähmen.

dab

insgesamt 11 Beiträge
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merkur08 11.10.2015
1. Ups
Die Demontage geht schon los...
speedy 11.10.2015
2. Erstaunlich??
Die Noeliberale Ideologie hat Angst vor einem Mann der die Sozilaldemokraten in GB wieder stärkt.Es ist ganz einfach schlechter Stil und eine bodenlose Frechheit.Das Kapital hat Angst und beginnt eine Schlammschlacht, weil das Britische Volk diese Finanzgeilheit nicht mehr ertragen will.
dritter_versuch 11.10.2015
3. Angst
Was müssen die Konservativen Angst haben.... Warum haben wir nur Gabriel und Nahles
peterm8s 11.10.2015
4.
Die Fakten zu veröffentlichen, dass und wie Corbyn mit den Terroristen der ultranationalistischen IRA gemeinsame Sache gemacht hat, und die Friedensbemühungen abgelehnt hat, und sich jetzt damit herauszuschwindeln versucht, er habe das zugunsten von Friedensverhandlungen so gemacht - das ist also "bodenlose Frechheit"! Eine "Schlammschlacht" - weil auf unangenehme Wahrheiten hingewiesen wird?
paddyman 11.10.2015
5. Blödsinn!
Bobby Sands war kein Terrorist. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Kann man alles nachlesen. Corbyn war übrigens einer der wenigen etablierten Politiker, die überhaupt mit der unterdrückten irischen Minderheit in Nordirland geredet hat. Dafür sollte ihm Anerkennung gezollt werden.
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