Zweite Amtszeit Dijsselbloem bleibt Euro-Gruppen-Chef

Kurz vor Ende seiner ersten Amtszeit haben die Eurofinanzminister Jeroen Dijsselbloem wiedergewählt. Der Niederländer setzte sich gegen seinen spanischen Kollegen durch.

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem: Zweite Amtszeit
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Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem: Zweite Amtszeit


Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem genießt bei seinen Amtskollegen in der Eurozone weiterhin großes Ansehen: Die Minister wählten den Sozialdemokraten erneut zum Vorsitzenden der Euro-Gruppe. Das teilte der EU-Ministerrat mit. Sein Herausforderer war der Spanier Luis de Guindos.

Dijsselbloem führt die Runde der 19 Eurofinanzminister seit knapp zweieinhalb Jahren, sein erstes Mandat endet am 21. Juli. "Ich danke meinen Kollegen für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit, und freue mich auf eine zweite Amtszeit als Präsident der Euro-Gruppe", schrieb Dijsselbloem nach der Wahl auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter. Der niederländische Finanzminister steht seit Januar 2013 an der Spitze der Ministerrunde. Seine größte Herausforderung ist die Bewältigung der Griechenlandkrise.

Insgesamt waren 19 Ressortchefs stimmberechtigt. Es war der zweite Anlauf für die Wahl, die im Juni wegen des Ringens um eine Lösung der Finanzkrise in Griechenland verschoben worden war. Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir sagte über Dijsselbloem: "Ich mag seinen Stil. Er ist ein guter Typ."

Das informell tagende Gremium nahm seine Arbeit 1998 auf, da es steigenden Absprachebedarf im Zuge der Euro-Einführung zu Beginn des Folgejahres gab. In der Finanz- und Schuldenkrise stieg die Euro-Gruppe zu einem der weltweit wichtigsten Entscheidungsgremien auf. Die Minister entscheiden unter anderem über milliardenschwere Hilfsprogramme für pleitebedrohte Euroländer.

brk/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Whow 13.07.2015
1. Eine gute Wahl
Schäuble wäre nicht die 1. Wahl. Da kann er noch so fest in Brüssel die Türen zuschlagen, Merkel kommt immer durch. Sie hat zwar in Brüssel noch keine Türen geöffnet, aber das hat sie auch nicht nötig. Böse Zungen behaupten, dass sie unter jeder geschlossenen Tür, ohne sich zu Bücken, durchläuft. Dies glaube ich nur teilweise. Es ist zwar erwiesen, dass Lügen kurze Beine haben und Merkel kein Rückrat, aber die Türspalten in Brüssel sind relativ eng. Ich glaube eher, dass sie kriecht. Es leben die europäischen Steuerzahler!
polistudent 13.07.2015
2. @note4shape
Ihnen ist bewusst, dass der "Schoßhund" ein sozialdemokratischer Politiker ist und sein Kontrahent aus Spanien ein waschechter konservativer Christdemokrat mit eben auch dieser Einstellung für und zu Europa? Man kann uns gerne für alles die Schuld geben aber in dem Fall hätten Merkel & Schäuble sicher Herrn de Guindos lieber als neuen "Schoßhund" gehabt. LG
shoper34 13.07.2015
3.
Wie bitte...? Er ist auch noch nebenher niederländischer Finanzminister? Und was tut er für sein Heimatland ? Ich denke, der Job des EURO-Gruppenchefs ist noch mehr als ein full-time-job. Auch Schäuble macht seit Jahren nix anderes mehr als Griechenland. Jeder OE-Berater erkennt schon daraus, dass EUROLAND eine Fehlkonstruktion ist, wenn es korrupten Mitgliedern wie Griechenland gelingt, Europa über Jahre hinaus zu blockieren und zu erpressen. Ich gebe dem EURO keine Zukunft mehr.
sebastian.teichert 13.07.2015
4. Woher der Wind weht
Das zeigt doch sehr deutlich das es für eine Transferunion keine Zukunft gibt! Spätestens die nordeuropäischen Staaten, England eingeschlossen, wird in den Sack hauen und sehen wie sie die Scherben zusammen setzen. Dänemark hat bereits angekündigt, Grenzkontrollen wieder einzuführen. Ein Land hat einen extremen Rechts-Links rutsch ausgelöst und es ist eine Frage der Zeit wann wieder Krieg geführt wird. Danke Griechenland!! -.-
rainer_humbug 13.07.2015
5.
Also alles richtig gemacht. Die Umverteilung hätte besser nicht laufen können. Was wir bislang erlebt haben, ist also erst der Anfang. Der Anfang vom Ende. Statt die Schuld bei den Verantwortlichen zu suchen (Dijsselbloem zählt definitiv dazu), wird eine öffentliche Meinung erzeugt, bei der in Deutschland die Griechen an allem schuld sind und dort genauso umgekehrt. Läuft.
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