Euro-Gruppen-Chef Niederländer Dijsselbloem ist der neue Juncker

Die Euro-Finanzminister haben einen neuen Boss: Der Niederländer Jeroen Dijsselbloem beerbt Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Gruppe. Mit der Entscheidung schlugen die Diplomaten den Vorschlag Frankreichs aus, die Wahl zu verschieben.

Jeroen Dijsselbloem: Der niederländische Finanzminister ist jetzt "Mister Euro"
REUTERS

Jeroen Dijsselbloem: Der niederländische Finanzminister ist jetzt "Mister Euro"


Brüssel - Jetzt ist es offiziell: Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (sprich Jeruun Deisselblum) ist neuer Euro-Gruppen-Chef. Die europäischen Finanzminister wählten den 46-jährigen Sozialdemokraten zum Nachfolger des Luxemburgers Jean-Claude Juncker. Dijsselbloem war der einzige Kandidat.

Allerdings erhielt der Niederländer EU-Diplomaten zufolge nicht die ungeteilte Unterstützung: Spanien stimmte nicht für ihn. Auch Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hatte vergangene Woche verlangt, die Ernennung Dijsselbloems zu verschieben, da der Niederländer erst seine Vision für den Euro erläutern müsse. Moscovici ist der Meinung, dass der neue Euro-Gruppen-Präsident einstimmig gewählt werden müsse. "Das ist keine leichte Aufgabe. Der Nachfolger muss auf Augenhöhe sein." Dijsselbloem ist erst seit drei Monaten Finanzminister und hatte zuvor kein finanzpolitisches Amt inne.

Vorgänger Juncker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatten den jungen Politiker hingegen unterstützt: "Ich glaube, er ist ein guter Vorsitzender für die Euro-Gruppe", sagte Schäuble. Allerdings sei es gut, wie von Moscovici gefordert, anlässlich des Wechsels an der Spitze "eine Grundsatzdebatte über die Arbeitsweise in der Euro-Gruppe" zu führen. Dijsselbloem kündigte an, seinen Kollegen seine Vision für die Arbeit der Euro-Gruppe zu erklären. "Und dann hoffe ich, dass sie mir ihr Vertrauen geben."

Als Vorsitzender der Treffen der 17 Euro-Finanzminister wird Dijsselbloem zu einem der wichtigsten Krisenmanager in der Währungsunion. Als Verfechter einer kühlen Konsolidierungspolitik sieht er seine wichtigste Aufgabe darin, "das Vertrauen in den Euro, die Euro-Zone und die wirtschaftlichen Aussichten" zu stärken.

fhu/dpa/AFP/dapd

insgesamt 6 Beiträge
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mainstreet 21.01.2013
1. älter geht jünger kommt
Wechsel sind norrmal aber an Junker hatte man sich doch sehr gewöhnt. Attraktiv ist die Sache mit dem Euro bestimmt nicht so ganz weil dieser sich sicher noch zwei drei Jährchen erholen muss und da wird nicht viel gehen, und vor allem wo ist die Motivation für ein Europa? Man weiss sehr wenig über diesen Mann aber sicher kann man sich überraschen lassen.-
NorthernOak 22.01.2013
2. Bevor DjisselblomVertrauen staerkt, muss er es erst mal herstellen
der Euro ist nur durch massive Eingriffe mi hunderten Milliarden Stuetzungsgeldern von aussen, noch am Leben. Das ehemalige Vertrauen, bevor die finanzielle Misswirtschaft von einigen Mittelmeeranrainern ans Licht kam, ist scwer erschuettert. Es waere ein klare Signal, wenn man Griechenland zwingt,aus der E Zone auszutreten und zurueck um Dachmen kehrt, damit wurde das Land mehr beweglich, wieder einmal Aussicht auf wettbewerbsfaehigkeit sich zu erarbeiten.
peacefool 22.01.2013
3. Klar doch
Wer so gebrieft ist, weiß, was er zu tun hat. "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." Wie der Juncker so der Sohn...
wie-immer 22.01.2013
4. Der Niederländer Dijsselbloem
ist die beste Wahl für gewisse Kreise. Insbesondere zur Ostküste der USA.
ratschbumm 22.01.2013
5. Sachverstand ?
Zitat von sysopREUTERSDie Euro-Finanzminister haben einen neuen Boss: Der Niederländer Jeroen Dijsselbloem beerbt Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Gruppe. Mit der Entscheidung schlugen die Diplomaten den Vorschlag Frankreichs aus, die Wahl zu verschieben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/jeroen-dijsselbloem-wird-euro-gruppen-chef-als-juncker-nachfolger-a-878899.html
brauchen wir nicht. Fachwissen ? brauchen wir nicht. Erfahrung mit Staatsfinanzierungen ? brauchen wir nicht. Knet- und formbar ? Das brauchen wir. Das richtige Parteibuch um dem Buchhändler Schulz, einer ebenso tollen Konifere zu gefallen.
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