Jerusalem Unruhen auf dem Tempelberg - mehrere Verletzte

Auf dem Jerusalemer Tempelberg sind mehrere Menschen bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt worden. Hintergrund ist eine Sperrung des Areals.

Mahmoud Illean/DPA

Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es zu Auseinandersetzungen muslimischer Gläubiger und der Polizei gekommen. Dabei seien am muslimischen Opferfest Eid al-Adha mehrere muslimische Gläubige verletzt worden, berichteten israelische Medien. Auch die Hilfsorganisation Roter Halbmond berichtete von Verletzungen, ohne nähere Angaben zu machen.

Das muslimische Opferfest fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Fasten- und Trauertag Tischa beAv zusammen. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort einst zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde.

Zum Opferfest kamen Tausende Palästinenser zum Gebet zur Al-Aksa-Moschee. Aus Sorge vor Spannungen hatte die Polizei die Schließung des Tempelbergs für Juden und Touristen angeordnet, um Konflikte mit muslimischen Gläubigen zu vermeiden. Einige Muslime protestierten, weil sie befürchteten, dass Juden trotzdem hineingelassen würden.

Nationalistische Rufe muslimischer Besucher

Die Polizei teilte mit, nach nationalistischen Rufen und Ausschreitungen muslimischer Besucher habe man mit der Räumung des Tempelbergs begonnen. Medienberichten zufolge setzte die Polizei dabei auch Blendgranaten ein.

Die Schließung der Anlage für Juden löste scharfe Kritik ultra-rechter israelischer Politiker aus. Transportminister Bezalel Smotrich forderte, der Tempelberg müsse "nach Fortschaffung der Terroristen für Juden geöffnet werden". Er warf Regierungschef Benjamin Netanyahu vor, dem Terror nachzugeben.

Am Tempelberg gibt es immer wieder Streit. Im Sommer 2017 war es zu blutigen Unruhen gekommen, als Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg Metalldetektoren aufstellte. Bei dem Konflikt wurden vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt. Israel ließ die Detektoren daraufhin wieder abbauen.

ulz/dpa/AFP



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