Großbritannien Mörder von Jo Cox schuldig gesprochen

Eine Woche vor dem Brexit-Referendum erschoss Thomas M. die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox auf offener Straße. Nun hat ihn ein Gericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Trauerbekundungen für Jo Cox

Trauerbekundungen für Jo Cox

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Ein Londoner Strafgericht hat den 53-Jährigen Thomas M. des Mordes an der Labour-Abgeordneten Jo Cox schuldig gesprochen. Die zwölf Geschworenen einigten sich bereits nach knapp zweistündiger Beratung. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der arbeitslose Gärtner hatte die Politikern eine Woche vor dem Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union in der Nähe von Leeds auf offener Straße erschossen. Die 41-Jährige kam gerade aus einer Bürgersprechstunde. Die Politikerin hatte sich vor dem Referendum für einen Verbleib Großbritanniens in der EU stark gemacht.

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Thomas M. soll aus politischen Motiven gehandelt haben. Vor der Tat rief er "Britain first" (etwa: "Großbritannien zuerst"), gab dann mehrere Schüsse ab und stach zudem auf sein Opfer ein. Beim Prozessauftakt hatte Thomas M. auf die Frage nach seinem Namen geantwortet: "Mein Name ist 'Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien.'" Er soll zudem Kontakte in die Neonazi-Szene gehabt haben, in seinem Haus fanden Ermittler entsprechende Gegenstände und Literatur.

Großbritannien hatte geschockt auf die Ermordung der Politikerin reagiert. Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord vorübergehend ausgesetzt worden.

brk/Reuters/dpa

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