Machtwechsel nach 38 Jahren João Lourenço ist neuer Präsident Angolas

Angolas Machthaber Eduardo dos Santos hat die Amtsgeschäfte abgegeben. Nach fast vier Jahrzehnten hat das ölreiche Land mit João Lourenço einen neuen Präsidenten.
João Lourenço, neuer Präsident Angolas

João Lourenço, neuer Präsident Angolas

Foto: AMPE ROGERIO/ AFP

Angola hat nach fast vier Jahrzehnten einen neuen Präsidenten. Der bisherige Verteidigungsminister João Lourenço, 63, legte den Eid ab und übernahm damit das Amt des Staatschefs in dem ölreichen Land im südlichen Afrika.

In den vergangenen knapp 38 Jahre wurde Angola von Präsident Eduardo dos Santos, 74, mit harter Hand regiert. Er und ein enger Kreis aus Familienmitgliedern und Freunden beherrschen das Ölgeschäft Angolas und weitere Wirtschaftszweige, dos Santos galt als einer der reichsten Staatschefs Afrikas.

Der neue Präsident Lourenço war seit 2016 Vizepräsident der ehemals kommunistischen Regierungspartei MPLA. Dos Santos hatte im Februar erklärt, das Amt abzugeben und schon damals Lourenço als Nachfolger auserkoren. An Lourenços Amtseinführung nahmen auch ausländische Gäste teil, darunter Südafrikas Präsident Jacob Zuma.

Eine Wahl des Präsidenten gibt es in Angola nicht. Der Parteichef der größten Parlamentsfraktion wird auch Präsident. Die MPLA hatte die Wahlen Ende August laut offiziellem Ergebnis mit gut 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Die größte Oppositionspartei Unita legte Widerspruch ein, scheiterte aber vor dem Obersten Gerichtshof.

Obwohl Angola neben Nigeria der größte Ölproduzent Afrikas ist, zählt der Staat Uno-Statistiken zufolge zu den ärmsten Ländern der Welt. Lourenço versprach, Korruption in Angola zu bekämpfen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der neue Präsident die Politik seines Vorgängers in der früheren portugiesischen Kolonie weiterführen wird - allerdings muss er wegen des anhaltend niedrigen Ölpreises eine schwere Wirtschaftskrise abwenden.

Kritikern zufolge nahm die Korruption unter Präsident dos Santos immer weiter zu. Dos Santos' Tochter Isabel gilt als Milliardärin und reichste Frau Afrikas. Die Meinungsfreiheit in Angola gilt als extrem eingeschränkt. Politisch motivierte Prozesse, um Kritiker mundtot zu machen, sind Amnesty International zufolge keine Seltenheit.

cht/dpa
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