Präsidentschaftswahlkampf der US-Demokraten Biden verliert nach TV-Duell an Beliebtheit

Bei der US-Präsidentschaftswahl will Joe Biden gegen Donald Trump antreten. Laut einer CNN-Umfrage hat er parteiintern stark an Beliebtheit verloren. Die größten Chancen sehen die Demokraten trotzdem bei ihm.

Joe Biden galt bisher als Favorit für den nächsten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten - doch kann er sich halten?
Kamil Krzaczynski/REUTERS

Joe Biden galt bisher als Favorit für den nächsten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten - doch kann er sich halten?


Es gibt bislang 25 Politiker, die sich für die Präsidentschaftskandidatur der demokratischen Partei beworben haben - 20 von ihnen sind an zwei Terminen in TV-Duellen gegeneinander angetreten (hier und hier finden Sie die Analysen dazu). Der bisherige Favorit Joe Biden hat nach seinem Auftritt laut einer Umfrage des amerikanischen Fernsehsenders CNN stark an Beliebtheit eingebüßt.

Laut der Umfrage unterstützten nur noch 22 Prozent der Anhänger der Demokraten eine Kandidatur des ehemaligen Vizepräsidenten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump. Das sind 10 Punkte weniger als einen Monat zuvor und sogar 17 Punkte weniger als noch im April.

An zweiter Stelle liegt inzwischen Senatorin Kamala Harris, 17 Prozent wünschen sich ihre Kandidatur - im Mai waren es nur 8 Prozent. Auf Harris folgen Senatorin Elizabeth Warren mit 15 Prozent (Mai: 7 Prozent) und Senator Bernie Sanders mit 14 Prozent (Mai: 18 Prozent). Keiner der anderen 18 Kandidaten erreichte 5 Prozent. Gezählt wurden Antworten von 656 registrierten Wählern, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren.

Unabhängig von ihrer Präferenz sagten allerdings weiterhin 43 Prozent der befragten Parteianhänger, Biden habe die beste Chance, Trump bei der Wahl im November 2020 zu schlagen. Von Sanders glaubten das nur 13 Prozent, von Harris und Warren je 12 Prozent.

Vorwahlen beginnen im Bundesstaat Iowa

In der CNN-Umfrage sagten 41 Prozent der Befragten, Harris habe sich bei der Debatte am besten geschlagen. Auf diese Frage antworteten 534 registrierte Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren, und die die Debatten verfolgt haben. An zweiter Stelle lag Warren, allerdings nur mit 13 Prozent. Lediglich 10 Prozent bescheinigten Biden den besten Auftritt.

Die Vorwahlen, bei denen der Kandidat oder die Kandidatin der Demokraten gegen Trump für die eigentliche Wahl am 3. November 2020 bestimmt wird, beginnen erst im Februar im Bundesstaat Iowa. Bei den Republikanern gibt es außer Trump bislang nur einen weiteren Kandidaten, der für die Partei in die Wahl ziehen will. Dabei handelt es sich um den früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Bill Weld. Ihm werden aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt, Trump die Kandidatur der Republikaner streitig zu machen.

Insgesamt wurden für die Umfrage im Auftrag von CNN 1613 Erwachsene zwischen dem 28. und 30. Juni auch zu anderen Themen per Telefon befragt. Nach Angaben des Umfrageinstituts SSRS beschrieben sich davon 32 Prozent als Demokraten und 26 Prozent als Republikaner. 42 Prozent gaben an, unabhängig zu sein oder einer anderen Partei anzugehören.

höh/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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MeckiP 02.07.2019
1.
Im Gegensatz zu Biden hatte Kamala Harris ihre Hausaufgaben gemacht. Ansonsten hat Biden sich selbst demontiert und es war nicht angenehm, dabei zuzusehen.
Rudra 02.07.2019
2. Tulsi Gabbard war die Kandidatin,
die gemessen an Google Suchanfragen nach der Debatte auf das größte Interesse stieß. Das man von ihr in MSM kaum was hört, hat seinen Grund: Tulsi ist Kriegsvereran, sehr charismatisch und hat sich deutlich gegen die Agressionspolitik der USA ausgesprochen. Damit ist sie eine echte Gefahr für's Establishment....so wie Ron Paul vor einigen Jahren.
markus_uphillmedia 02.07.2019
3. Umfrage ohne Wert
Die CNN-Umfragen basieren lediglich auf Festnetz-Telefonnummern, die vorwiegend von älteren Anhängern benutzt werden. Solche Umfragen sind mit Vorsicht zu betrachten, da die Jüngeren nur Smartphones nutzen und in solchen Umfragen gar nicht erfasst werden. Darauf weisst CNN natürlich nicht hin. Zudem ist die CNN-Berichterstattung hierzu auch sonst sehr selten objektiv und der Sender tut einiges dafür den Status Quo aufrecht zu erhalten. Erst wurden Cory Booker und Beto O'Rourke hochgejubelt und als die nicht zünden wollten wieder fallen gelassen. Als Biden ins Spiel kam war er der CNN-Darling bis er in der ersten Debatte von Kamala Harris zerlegt wurde, die jetzt das neue Postergirl ist.
taglöhner 02.07.2019
4. Jed(e)r ist besser
Aber ausgerechnet Joe Biden zu versuchen in die Rassistenecke zu stellen war ein sehr ernüchternder Tiefschlag, fand ich. Die Kandidaten sollten sich bewusst bleiben, worum es bei dieser Wahl geht.
cipo 02.07.2019
5.
Zitat von Rudradie gemessen an Google Suchanfragen nach der Debatte auf das größte Interesse stieß. Das man von ihr in MSM kaum was hört, hat seinen Grund: Tulsi ist Kriegsvereran, sehr charismatisch und hat sich deutlich gegen die Agressionspolitik der USA ausgesprochen. Damit ist sie eine echte Gefahr für's Establishment....so wie Ron Paul vor einigen Jahren.
Was schlicht daran liegen kann, dass sie viele - im Gegensatz zu z.B. Elizabeth Warren oder Beto O'Rourke - vorher nicht besonders gut kannten. Das macht Gabbard aber nicht gleich zu einer Favoritin. Nach der zweiten Debatte wurde auch kräftig nach Marianne Williamson gegooglet, obwohl die sich kaum zu Wort gemeldet hatte und wenn, dann ziemlich naiven Unsinn von sich gab. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Menge Leute nur nach ihr gegooglet haben, weil sie Williamson sehr schräg fanden und noch mehr lachen wollten.
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