Biden fordert Trumps Amtsenthebung "Wir dürfen ihn damit nicht durchkommen lassen"

Die Untersuchungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump laufen seit Wochen - mehrere Ausschüsse bereiten eine Anklage vor. Jetzt hat sich Präsidentschaftsbewerber Biden öffentlich dafür ausgesprochen.

Joe Biden: Trump hat sich "selbst angeklagt"
Elise Amendola/DPA

Joe Biden: Trump hat sich "selbst angeklagt"


Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat erstmals offen für eine Amtsenthebung von US-Präsident Donald Trump plädiert. Trump habe sich durch eine Behinderung der Justiz und einen Bruch seines Amtseids "selbst angeklagt", sagte Biden bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat New Hampshire.

"Er sollte des Amtes enthoben werden", sagte Biden. Was Trump getan habe, sei falsch, unamerikanisch und bedrohe die Demokratie der USA, sagte der frühere Vizepräsident.

Trump zerlöchere die Verfassung, sagte Biden. "Wir dürfen ihn damit nicht durchkommen lassen." Der Präsident habe keinen Anstand und verbreite nichts als Lügen über ihn und seinen Sohn Hunter, sagte der Demokrat. An diesen Attacken sei nichts dran.

Trump wird in der Ukraineaffäre vorgeworfen, die Macht seines Amts missbraucht zu haben. Der US-Präsident hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat zu Ermittlungen gegen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermuntert.

Biden bewirbt sich derzeit um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für die Wahl 2020, bei der auch Trump antritt. Den Demokraten zufolge nutzte Trump zeitweise blockierte Militärhilfe für die Ukraine als Druckmittel. Sie haben daher Ermittlungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump angestoßen.

Trump wiederum wirft Hunter Biden vor, sich durch Geschäfte in der Ukraine auf unlautere Weise bereichert zu haben. Joe Biden beschuldigt er, seine Rolle als Vize unter Präsident Barack Obama dazu genutzt zu haben, seinen Sohn vor strafrechtlichen Ermittlungen in der Ukraine zu schützen. Biden hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Trump reagierte direkt auf die Attacke Bidens. Noch während der laufenden Rede seines potenziellen Herausforderers twitterte Trump, es sei erbärmlich zu sehen, wie Biden seine Amtsenthebung fordere. "Joes scheiternde Kampagne hat ihm keine andere Wahl gelassen", so Trump in dem Tweet.

Das Weiße Haus hatte am Dienstag in einem Brief mitgeteilt, in der Ukraineaffäre jede Zusammenarbeit mit dem US-Repräsentantenhaus zu verweigern. Die Regierung könne sich nicht an dem "politischen Theater" beteiligen, hieß es in dem Brief.

fek/dpa-AFX



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g.eliot 10.10.2019
1.
Warum schreiben Sie in dem Artikel, dass Biden die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen hat? Die Vorwürfe sind in den US Factchecks als haltlos beurteilt worden. Dass Bidens Sohn den Job bekam, war nich kosher, das ist alles. Aber es ist aber nicht weniger kosher, dass Ivanka und Kushner im Weißen Haus tätig sind, eher mehr.
grossinquisitor 10.10.2019
2. Bei anderen fordern!
Wenn J.B. Ein sauberer Ehrenmann war und ist, dann sollte er vielleicht etwas dafür tun, dass die Verdachtsmomente auch gegen ihn und seinen Sohn objektiv untersucht werden. Auch in den Ländern, in denen man gut verdient hat und auch dort mittels parlamentarischer Untersuchungen. So wirkt das etwas einseitig. Biden sagt, er sei ein Guter und Trump sagt das von sich auch. Ja gut, dann glaubt man halt entweder beiden oder keinem. Daher sollte auch in den USA alle Vorgänge offen ans Licht. Mit wem hat B telefoniert, als er den früheren Generalstaatsanwalt gefeuert haben wollte, was würde da gesagt, gedroht etc. ?
mayazi 10.10.2019
3.
Zitat von grossinquisitorWenn J.B. Ein sauberer Ehrenmann war und ist, dann sollte er vielleicht etwas dafür tun, dass die Verdachtsmomente auch gegen ihn und seinen Sohn objektiv untersucht werden. Auch in den Ländern, in denen man gut verdient hat und auch dort mittels parlamentarischer Untersuchungen. So wirkt das etwas einseitig. Biden sagt, er sei ein Guter und Trump sagt das von sich auch. Ja gut, dann glaubt man halt entweder beiden oder keinem. Daher sollte auch in den USA alle Vorgänge offen ans Licht. Mit wem hat B telefoniert, als er den früheren Generalstaatsanwalt gefeuert haben wollte, was würde da gesagt, gedroht etc. ?
Biden hatte als damaliger Vizepräsident dafür gesorgt, dass ein Staatsanwalt abgesetzt wurde, der zu wenig gegen Korruption unternahm. Der alte Staatsanwalt hatte *nicht* gegen die Firma und Hunter Biden ermitteln wollen. Und gegen viele andere Firmen und Personen. Es ging damals darum, in der Ukraine die Korruption zu bekämpfen. Stellen Sie sich vor, es gäbe einen Staatsanwalt, der *nicht* gegen Ivanka Trump ermitteln wollte, und Donald Trump würde sagen: der muss weg, setzen Sie jemand ein, der Ermittlungen anstellt! Selten so gelacht, was? Genau das hat Joe Biden aber gemacht. Und wenn Sie wollten, hätten Sie das bereits vor Wochen nachlesen können.
frenchie3 10.10.2019
4. @2 Mit Verlaub: ziemlicher Unfug
Zitat: "Wenn J.B. Ein sauberer Ehrenmann war und ist, dann sollte er vielleicht etwas dafür tun, dass die Verdachtsmomente auch gegen ihn und seinen Sohn objektiv untersucht werden". Zunächst mal wäre das eine Beweislastumkehr. Aber selbst wenn man das mal annimmt und es käme raus daß alles 110 Prozent in Ordnung ist. Der nächste Schritt von Donnie ist 120 Prozent sicher: die Ermittler wurden bestochen, Zeugen ebenso, am falschen Ort (wo nichts sein konnte) gesucht, nicht sorgfältig.... Wie viel Meter "Argumente"Liste hätten Sie denn gerne noch? Kurz gesagt, nur eine absolute Anerkennung jeder damaligen, heutigen und künftigen Schuld -existent oder nicht - fände die Gnade eines legalen Beweises in Donnies Augen.
claus7447 10.10.2019
5.
Zitat von grossinquisitorWenn J.B. Ein sauberer Ehrenmann war und ist, dann sollte er vielleicht etwas dafür tun, dass die Verdachtsmomente auch gegen ihn und seinen Sohn objektiv untersucht werden. Auch in den Ländern, in denen man gut verdient hat und auch dort mittels parlamentarischer Untersuchungen. So wirkt das etwas einseitig. Biden sagt, er sei ein Guter und Trump sagt das von sich auch. Ja gut, dann glaubt man halt entweder beiden oder keinem. Daher sollte auch in den USA alle Vorgänge offen ans Licht. Mit wem hat B telefoniert, als er den früheren Generalstaatsanwalt gefeuert haben wollte, was würde da gesagt, gedroht etc. ?
Durch die gebetsmühlenartig Wiederholungen bekommt das keine Substanz. Auch wenn sie sich hier als Grossinqisitor anmelden, sind ihre Vorwürfe substanzlos. Denn WENN dem so wäre... es gäbe Dutzende von Trumpanhängern, die Klage eingereicht hätten. Zudem, dann kann man ihre Vorwürfe auch gleich für Ivanka anrechnen.
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