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19. September 2015, 16:52 Uhr

Kampf gegen IS

Kerry deutet Kooperation mit Russland an

Der gemeinsame Feind IS könnte die USA und Russland wieder näher zusammenrücken lassen. "Wir haben die gleichen Ziele", sagt der amerikanische Außenminister Kerry. Ein Streitpunkt ist aber die Zukunft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" wollen die USA und Russland offenbar kooperieren. "Würden wir die Hilfe Russlands im Kampf gegen den IS willkommen heißen - ganz offenkundig", sagte Kerry nach Gesprächen mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond in London. Tags zuvor hatten bereits die Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Ashton Carter ausführlich miteinander telefoniert.

"Wir haben die gleichen Ziele", sagte Kerry dem britischen Fernsehsender Channel 4. "Der IS muss zerstört, komplett gestoppt werden." Gemeinsame Gespräche mit Russland seien notwendig, um die militärischen Operationen gegen den IS, etwa in Syrien, zu koordinieren.

Kerry kündigte an, die USA würden ihre Bemühungen im Kampf gegen den IS verstärken. "Und wir müssen sicherstellen, dass diese sich nicht überschneiden mit Russlands Bemühungen - es ist also offensichtlich, dass Konversation notwendig ist." Es gebe schon eine ganze Zeit lag Gespräche über die Zusammenarbeit mit Russland. Moskau hatte zuletzt den Einsatz von Bodentruppen in Syrien nicht mehr völlig ausgeschlossen, sollte Syrien darum bitten.

Was soll mit Assad passieren?

Es bleibe jedoch zwischen beiden Ländern die Frage offen, wie die Zukunft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad aussehe, sagte Kerry. Russland und Iran gehören zu den letzten Verbündeten des Assad-Regimes. Russland geht davon aus, dass die reguläre syrische Armee für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" unersetzlich ist und Assad das Land vor dem völligen Zerfall bewahrt. Für die USA ist Assad dagegen Teil des Problems und nicht der Lösung. Sie sehen für ihn keinen Platz im künftigen Syrien.

Kerry forderte nun erneut Assads Abgang, ließ aber einen Zeitpunkt dafür offen. Das muss nicht in einem Tag oder in einem Monat passieren", sagte er - und rief Russland und Iran auf, ihren Einfluss auf den syrischen Präsidenten geltend zu machen, um ihn von Verhandlungen über eine politische Lösung des Konflikts zu überzeugen. Im syrischen Bürgerkrieg sind 250.000 Menschen getötet worden, etwa zwölf Millionen sind auf der Flucht.

Russland hatte in den vergangenen Tagen seine Präsenz in Syrien massiv ausgebaut und den USA Gespräche zur militärischen Strategie vorgeschlagen. Die US-Regierung ging am Freitag darauf ein, als die Verteidigungsminister beider Länder miteinander telefonierten. Am Sonntag wird Kerry in Berlin erwartet.

Hammond erklärte, die Situation in Syrien werde immer komplizierter - auch durch Russlands zunehmendes militärisches Eingreifen in den Konflikt. Großbritannien halte sich weiter die Option offen, in Syrien wie bereits im Irak auch militärisch gegen den IS vorzugehen. Allerdings sei dies Teil eines größeren und komplexeren Problems: "der Migrationsdruck, die humanitäre Krise, genauso wie die Notwendigkeit, den IS zu besiegen", sagte Hammond.

Islamistische Rebellen haben unterdessen 56 syrische Soldaten getötet, die sie bei der Eroberung eines Militärflughafens im Nordwesten des Landes gefangen genommen hatten. Die Kämpfer des Assad-Regimes seien in den vergangenen Tagen an der ehemaligen Armeebasis Abu al-Dhuhur in der Provinz Idlib getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Rebellen, geführt von der Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Qaida, hatten die letzte Hochburg der Regierung in der Provinz am 9. September eingenommen und nach Berichten der Menschenrechtler seitdem insgesamt 71 Soldaten getötet.

wit/dpa/Reuters

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