Nach Kritik an Flüchtlingspolitik John Kerry verteidigt Merkel gegen Trump

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel erneut scharf kritisiert. US-Außenminister John Kerry findet das "unangebracht" und stärkt der Kanzlerin nun den Rücken.

US-Außenminister John Kerry
AFP

US-Außenminister John Kerry


Kurz vor seinem Amtsantritt hat der designierte US-Präsident Donald Trump mit einem Interview mit zwei europäischen Journalisten für viel Wirbel gesorgt. In dem Gespräch bezeichnete der Republikaner unter anderem die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "katastrophalen Fehler". Für diese Aussage hagelt es nun massive Kritik.

Noch-US-Außenminister John Kerry nannte Trumps Angriff in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN "unangebracht". Es sei nicht die Aufgabe eines gewählten US-Präsidenten, sich auf solch direkte Weise in die Politik eines anderen Landes einzumischen. Den Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingskrise lobte Kerry hingegen. "Ich finde, dass sie in dieser Situation außerordentlich mutig gewesen ist, " sagte er.

Rückendeckung bekommt die Kanzlerin auch aus der Wirtschaft. Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock stellte sich hinter ihre Politik und setzte sich damit vom künftigen US-Präsidenten ab. Merkel sei ein moralisches Vorbild in einer zunehmend zerstrittenen Welt, sagte Blackrock-Chef Larry Fink beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt.

Deutschland habe Menschlichkeit bewiesen und gehe ökonomische und politische Herausforderungen an. "Die wirtschaftliche, politische und moralische Führung war wichtig für Sicherheit und Wachstum weltweit." Er hoffe, dass Deutschland nach den in diesem Jahr anstehenden Wahlen ein stabilisierender Faktor in der Welt bleibe.

Auch Frankreichs Präsident François Hollande reagierte auf das Interview von Trump. Er sagte, Europa brauche sich nicht von Außenstehenden vorschreiben lassen, was es zu tun habe. Trump hatte der Europäischen Union eine schwere Zukunft vorausgesagt.

asc/Reuters/dpa

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