Krebs-Diagnose Ärzte entfernen Hirntumor bei McCain

Ex-US-Präsidentschaftskandidat John McCain kämpft wieder gegen den Krebs. Bei einer Operation entdeckten Ärzte zufällig einen Hirntumor. Der Republikaner ist seit 30 Jahren Senator.


Ärzte haben einen Hirntumor bei US-Senator John McCain gefunden. Der 80-Jährige ist einer der einflussreichsten Politiker der USA, 2008 war er Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Das Geschwulst wurde bei einer Operation entdeckt, der sich McCain am vergangenen Freitag wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge unterziehen musste. Das teilte die behandelnde Klinik in McCains Heimatstaat Arizona auf Wunsch des Büros des Senators mit. Der Tumor sei vollständig entfernt worden.

Der ehemalige Vietnam-Kriegsgefangene zählt zu den prominentesten Mitgliedern des Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg hohen Respekt erworben. So trafen auch sofort nach Bekanntwerden der Nachricht über seine Erkrankung Dutzende Genesungswünsche aus allen politischen Lagern ein.

Präsident Donald Trump wies in einer schriftlichen Mitteilung darauf hin, dass McCain immer "ein Kämpfer" gewesen sei. Er und First Lady Melania beteten für ihn: "Werde schnell gesund." Ähnlich äußerte sich Trumps demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama: "John McCain ist ein amerikanischer Held und einer der mutigsten Kämpfer, die ich jemals gekannt habe. Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat."

In der Erklärung der behandelnden Mayo-Klinik in Phoenix heißt es, bei dem Tumor habe es sich um ein Glioblastom gehandelt. McCain und seine Familie berieten nun mit den Ärzten über mögliche Behandlungsoptionen. Diese könnten eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlung beinhalten. Bisher war angenommen worden, dass sich der Republikaner einige Tage lang daheim von seiner Blutgerinnsel-Operation erholt und dann nach Washington zurückkehrt.

Wann er in den Senat zurückkehren könne, müsse er noch mit seinen Ärzten klären, hieß es aus seinem Büro. "Die Ärzte des Senators sagen, dass er sich von der Operation 'erstaunlich gut' erholt und seine zugrundeliegende Gesundheit exzellent ist." Auch McCain sei "guter Dinge" und "zuversichtlich, dass eine künftige Behandlung wirksam sein wird".

McCain laut Tochter "die zäheste Person, die ich kenne"

McCain ist seit 30 Jahren Senator und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Maverick" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. So hat er sich zusammen mit seinem Parteikollegen und persönlichen Freund Lindsey Graham zu einem der schonungslosesten republikanischen Kritiker von Präsident Trump entwickelt - besonders mit Blick auf dessen außenpolitische Vorstellungen und den Kurs gegenüber Russland.

McCain ist auch ein strikter Gegner von Foltermethoden in Verhören von Terrorverdächtigen. So hat er sich wiederholt gegen Waterboarding - simuliertes Ertränken - ausgesprochen, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in geheimen CIA-Gefängnissen wiederholt angewendet wurde.

2008 trat McCain als Präsidentschaftskandidat gegen Obama an und wählte - ein spektakulärer Schritt - die auf der nationalen Bühne völlig unerfahrene Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, als Vize-Kandidatin. Das Duo verlor.

McCains Tochter Meghan schrieb bei Twitter, die Familie sei schockiert über die Diagnose. Ihr Vater sei "derjenige, der am zuversichtlichsten und ruhigsten ist", so Meghan McCain. "Er ist die zäheste Person, die ich kenne. (...) Der Krebs mag ihm auf verschiedene Weise zusetzen. Aber er wird ihn nicht zum Aufgeben bringen. Nichts hat das jemals getan."

McCain war bereits im Jahr 2000 an Hautkrebs erkrankt und operiert worden, konnte die Erkrankung aber überwinden.

max/dpa/AFP



insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fabiofabio, 20.07.2017
1. Das erklärt
dann wohl neurologisch seine im wahrsten Sinne des Wortes krankhafte Aggressivität. Die Lobhudeleien sind fehl am Platze. Er trägt Mitverantwortung an hunderttausenden von Toten in zahlreichen völkerrechtswidrigen Aktionen der USA. Er wird wohl nicht zurücktreten, seine "Mission" ist nich nicht zu Ende, leider.
rabbijakob 20.07.2017
2. Da muß...
...man sich noch mal die Kandidaten für das höchste Amt der westlichen Welt vor Augen führen. Da sind Menschen im Gespräch, weit jenseits des Rentenalters, vollgestopft mit Geld, und wollen die jungen Generationen führen. Es sollte bei diesen Ämtern ein klares Mindestalter geben, sonst kommen reiche Geldsäcke an die Macht, aus dem vergangenen Jahrhundert, die es sich nochmal beweisen wollen. Das ist mit Trump nicht anders. Menschen,die auf die 80 zugehen. Leider war Obama keine Bohne besser. Der letzte faire Präsident war Kennedy.
gantenbein3 20.07.2017
3. Das ist dem Krebs
---Zitat--- Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat. ---Zitatende--- ...auch völlig egal, wie ich zuverlässig weiß. Alles Gute Mr. McCain.
firenafirena 20.07.2017
4. Glioblastome
Können nicht vollständig entfernt werden. Aber der Senator hat trotzdem gute Chancen, vorher an etwas anderem zu sterben. Möge ihm noch ein langes und gutes Leben gewährt sein, so wie man es jedem wünschen sollte
biesi61 20.07.2017
5. First of all ist Mc Cain ein schrecklich aggressiver Kalter Krieger.
Die Welt wäre ein erheblich besserer Platz, wenn er sich aus der Politik zurückzöge und sich seinem Ruhestand widmen würde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.