Wahlkampf gegen Obama Romney-Unterstützer verärgert mit "Rasse"-Aussage

Im US-Wahlkampf fallen langsam fast alle Tabus. Nun hat ein Befürworter von Mitt Romney den ehemaligen Außenminister Colin Powell ins Visier genommen. Dieser unterstütze Obama nur deshalb, weil beide die gleiche Hautfarbe haben.

Ex-Außenminister Powell und Präsident Obama: Der US-Wahlkampf wird schmutzig
REUTERS

Ex-Außenminister Powell und Präsident Obama: Der US-Wahlkampf wird schmutzig


Washington - Colin Powell hat einen eigenen Kopf. Obwohl Mitglied bei den US-Republikanern hat der ehemalige Außenminister am Donnerstag zur Wiederwahl von Barack Obama aufgerufen. Schon 2008 hatte Powell den Demokraten im Wahlkampf gegen John McCain unterstützt.

Doch John Sununu, ein hochrangiger Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, bezweifelt, dass Powell den Amtsinhaber nur aus politischen Gründen unterstützt. In der Talksendung "Piers Morgan Tonight" auf dem Nachrichtensender CNN unterstellte Sununu, Powells Rückendeckung für Obama liege zumindest zum Teil darin begründet, dass beide die gleiche Hautfarbe haben.

Wörtlich sagte der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats New Hampshire: "Wenn Sie sich Colin Powell anschauen, müssen Sie sich fragen, ob das eine Unterstützung ist, die auf Themen basiert oder ob er einen anderen Grund dafür hat, Präsident Obama vorzuziehen." Als Moderator Piers Morgan nachhakte, welcher Grund das sein könne, antwortete Sununu: "Wenn du jemanden aus deiner eigenen Rasse hast und stolz bist, dass er Präsident ist, dann applaudiere ich Colin dafür, dass er an seiner Seite steht."

Das Duell zehrt an den Nerven

Einige Stunden nach dem Interview erklärte Sununu, Powell sei sein Freund und er habe keinen Zweifel daran, dass seine Unterstützung "auf nichts anderem beruht, als auf der Politik des Präsidenten". Zuvor hatte Powell seine Entscheidung für Obama mit dessen Außenpolitik und den Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung gerechtfertigt. Die Steuerpläne von Mitt Romney lehne er dagegen ab.

Doch nicht zum ersten Mal wird Powell unterstellt, aus Gründen der Hautfarbe zu Obama zu halten. Im Wahlkampf vor vier Jahren hatte der erzkonservative Radiomoderator Rush Limbaugh in die gleiche Kerbe geschlagen.

Jüngste Meinungsumfragen belegen, dass Obamas Unterstützung bei weißen Wählern deutlich gesunken ist. 59 Prozent der weißen Wähler, die vermutlich zur Wahl gehen, hätten sich für Romney ausgesprochen, lediglich 38 Prozent für Obama. Vor vier Jahren habe der Demokrat bei Weißen lediglich um acht Prozentpunkte hinter seinem damaligen Gegner John McCain gelegen, schreibt die Zeitung. Dafür könne Obama bei nichtweißen Amerikanern erheblich punkten: 79 Prozent wollten ihre Stimme für den Amtsinhaber abgeben.

Zehn Tage vor der Wahl liefern sich beide Kontrahenten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieses zehrt offenbar an den Nerven, denn auch Obama greift zu rabiater Rhetorik. In einem Gespräch mit der Musikzeitschrift "Rolling Stone" beleidigte er Romney als Dummschwätzer.

syd

insgesamt 30 Beiträge
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Dr.pol.Emik 26.10.2012
1. So beruhigt euch doch … (°!°)
Der Wahlkampf ist gelaufen. Obama hat bereits gewählt und siehe da, bereits seit dem 19.10.2012 ist die Wahl entschieden, da hat eine CBS Tochter bereits die Ergebnisse rausgelassen: *Obama mit 3 Prozent Vorsprung vor Romney zum neuen Präsidenten gewählt* (http://qpress.de/2012/10/25/obama-mit-3-prozent-vorsprung-vor-romney-zum-neuen-prasidenten-gewahlt/) … holt also 43 und Romney 40 Prozent. Dann können wir jetzt alle Spekulationen einstellen und auch die nutzlosen Schmutzkampagnen einfach wieder zugunsten einer "Friede-Freude-Eierkuchen" Politik beiseite rücken … es sei denn wir müssen noch ein wenig mehr Demokratie spielen … bis auch der letzte Depp begriffen hat, dass es wie beim Wrestling nur eine Show ist …
koala2 26.10.2012
2. Obama ist es nicht würdig die USA zu regieren
Mit Beleidigungen überschreitet Obama eine rote Linie. Sein Verhalten ist anderen Menschen gegenüber respektlos. Er sollte sich viel lieber sachlich wie Herr Romney mit dem Wahlkampf auseinander setzen. Er hat in vier Jahren nichts erreicht. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordstand. Verheiratete Paare müssen sich trennen, damit sie unter das existens Minimum fallen um Anspruch auf eine Krankenversicherung zu haben. ---------------------------------------- Romney hingegen hat in Massachussets eine gut funktonierende Krankenversicherung für arme Mitbürger errichtet. Schuldenabbau im großen Stil betrieben und Arbeitsplätze in Massachussets erschaffen. Er ist höflich und respektvoll und will Deutschland nicht in die Weltkonflikte einbeziehen.
stanislaus2 26.10.2012
3. Ob das eine gute Idee war, den Powell aus der Versenkung auftauchen zu lassen?
Einen Mann, der ohne rot zu werden, die gesamte Weltöffentlichkeit vor der UN belog, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Das ist doch für einen Wahlkämpfer eine no-person.
muellerthomas 26.10.2012
4.
Zitat von koala2Mit Beleidigungen überschreitet Obama eine rote Linie. Sein Verhalten ist anderen Menschen gegenüber respektlos. Er sollte sich viel lieber sachlich wie Herr Romney mit dem Wahlkampf auseinander setzen. Er hat in vier Jahren nichts erreicht. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordstand. Verheiratete Paare müssen sich trennen, damit sie unter das existens Minimum fallen um Anspruch auf eine Krankenversicherung zu haben. ---------------------------------------- Romney hingegen hat in Massachussets eine gut funktonierende Krankenversicherung für arme Mitbürger errichtet. Schuldenabbau im großen Stil betrieben und Arbeitsplätze in Massachussets erschaffen. Er ist höflich und respektvoll und will Deutschland nicht in die Weltkonflikte einbeziehen.
Nun ja, die Große Rezession wurde beendet und seitdem Tief sind über 4,2 Mio. Jobs entstanden, davon über eine halbe Million im verabreitenden Gewerbe (das erste Mal seit den 90er Jahren, dass dort Jobs entstehen), es wurde endlich eine Krankenversicherung eingeführt, Osama bin Laden wurde getötet, der Irakkrieg wurde beendet etc. Dann sollte er die vergleichbare von Obama doch besser nicht bekämpfen. In einer Volkswirtschaft können nicht gleichzeitig private Haushalte, Unternehmen und der Staats Schulden abbauen. In den USA versuchen vor allem die privaten Haushalte, aber auch die Unternehmen, seit 2008 ihre Vermögensposition zu verbessern. Und tatsächlich sinkt seit 2009 die Gesamtschuldenquote von Haushalten, Unternehmen und Staat, was nur möglich ist, da der Staat nicht (wie in Spanien) gegen die Bemühungen des Privatsektors anspart. Ein Gouverneuer hat nur sehr begrenzt Einfluß auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in seinem Staat. Zudem ist die Zahl der Arbeitsplätze in Massachussetts während seiner Amtszeit nur sehr moderat gestiegen, weniger als im Landesdurchschnitt.
morgan 26.10.2012
5.
Zitat von koala2Mit Beleidigungen überschreitet Obama eine rote Linie. Sein Verhalten ist anderen Menschen gegenüber respektlos. Er sollte sich viel lieber sachlich wie Herr Romney mit dem Wahlkampf auseinander setzen. Er hat in vier Jahren nichts erreicht. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordstand. Verheiratete Paare müssen sich trennen, damit sie unter das existens Minimum fallen um Anspruch auf eine Krankenversicherung zu haben. ---------------------------------------- Romney hingegen hat in Massachussets eine gut funktonierende Krankenversicherung für arme Mitbürger errichtet. Schuldenabbau im großen Stil betrieben und Arbeitsplätze in Massachussets erschaffen. Er ist höflich und respektvoll und will Deutschland nicht in die Weltkonflikte einbeziehen.
Wer so wenig Ahnung von amerikanischer Politik hat, sollte sich nicht dazu äußern. Mitt Romney als höflich und respektvoll zu bezeichnen zeugt von Realitätsverlust. Wer fast die Hälfte des eigenen Landes als Opfer abtut und sich (möglicherweise religiös bedingt) frauenfeindlich präsentiert, der ist weder höflich noch respektvoll. Von den politischen Inhalten ganz zu schweigen. Sachlichkeit hat damit nichts zu tun. Schade, dass es hierzulande Menschen gibt, die sich von so etwas genau so blenden lassen wie in den Staaten.
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